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Hofer Dekan Saalfrank kritisiert Innenministerium | BR24

© picture alliance/Frank Wunderratsch

Günter Saalfrank sieht die Rolle der Kirche bei der friedlichen Revolution von der Bundesregierung nicht ausreichend gewürdigt.

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Hofer Dekan Saalfrank kritisiert Innenministerium

Bei den Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag des Mauerfalls entlang der früheren innerdeutschen Grenze kam die Kirche zu kurz. Das findet der evangelische Dekan von Hof. Dabei sei die friedliche Revolution von 1989 ohne Kirche nicht möglich gewesen.

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Der evangelische Dekan von Hof, Günter Saalfrank, sieht die Rolle der Kirche bei der friedlichen Revolution vor 30 Jahren in der ehemaligen DDR von der Bundesregierung nicht ausreichend gewürdigt. Zum "Längsten Gespräch", einer Talk-Runde, die am Samstag (09.11.19) aus vier Studios entlang der früheren innerdeutschen Grenze gesendet wurde, sei kein einziger Kirchenvertreter eingeladen gewesen, kritisiert der Dekan in einem Offenen Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Der Brief wurde am Montag (11.11.19) veröffentlicht. Das Innenministerium hatte zu dem Gespräch eingeladen.

Saalfrank: Engagement der Christen bleibt unerwähnt

Lediglich in einem von 26 gezeigten Kurzfilmen sei ein Pfarrer zu Wort gekommen, der über die Verbindungen zwischen den Kirchengemeinden entlang des früheren Eisernen Vorhangs berichtet habe, so Saalfrank weiter. Nach Ansicht des Hofer Dekans blieb das friedliche Engagement der Christen beim Fall der Mauer bei dem viereinhalbstündigen Gespräch unerwähnt. Dekan Saalfrank zitiert das Mitglied des SED-Politbüros, Horst Sindermann. Dieser habe nach der Wende erklärt: "Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete."

Kritik auch nach Pompeo-Besuch

Das Gespräch wurde aus vier Studios in Hof, Geisa, Böckwitz-Zicherie und Ratzeburg entlang der früheren deutsch-deutschen Grenze ins Internet übertragen. Nach Hof war dazu Innenminister Horst Seehofer gekommen. Schon beim Besuch des US-Außenministers Mike Pompeo am 7. November im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth hatte es Kritik an der Bundesregierung gegeben. Das Außenministerium hatte nur wenige Pressevertreter zur Berichterstattung zugelassen.