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Sicherungsverwahrung für Sexualstraftäter | BR24

© BR/Thorsten Gütling

Das Landgericht Hof hat Sicherungsverwahrung für einen 64 Jahre alten Sexualstraftäter angeordnet.

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Sicherungsverwahrung für Sexualstraftäter

Schon einmal hatte das Landgericht Hof den Sexualstraftäter verurteilt und eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Der BGH hob die Entscheidung auf. Jetzt mussten die Richter in Hof erneut entscheiden.

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Das Landgericht Hof hat gegen einen 64 Jahre alten Sexualstraftäter Sicherungsverwahrung angeordnet. Der Mann, der Kinder sexuell missbraucht hat, war bereits 2018 zu sieben Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Sicherungsverwahrung bedeutet, dass der Verurteilte nach dem Verbüßen der Haftstrafe nicht in Freiheit kommt, wenn von ihm weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.

Der BGH hebt die Sicherungsverwahrung auf

Diese Sicherungsverwahrung hob der Bundesgerichtshof (BGH) jedoch auf, weil er die Begründung für nicht ausreichend hielt. Vor dem Landgericht Hof kam es deshalb jetzt erneut zur Verhandlung. Die Richter ordneten die Sicherungsverwahrung wieder an, begründeten ihre Entscheidung diesmal aber ausführlich.

Lernbehinderte Kinder ins Auto gelockt und missbraucht

Weil der heute 64-Jährige sich an einem achtjährigen Buben und seiner sieben Jahre alte Schwester vergangen hatte, war er im Jahr 2018 vom Landgericht Hof verurteilt worden. Die lernbehinderten Geschwister hatte er an einer Bushaltestelle gegenüber dem Kinderhort abgepasst und in sein Auto gelockt. Auf einem abgelegenen Parkplatz mussten sich die Kinder teilweise entkleiden und der 64-Jährige fotografierte und berührte sie unsittlich. Der achtjährige Bube musste zudem Aufnahmen von den Missbrauchshandlungen an seiner Schwester machen. Die beiden Kinder seien seelisch massiv geschädigt worden, hieß es schon während des ersten Prozesses 2018. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe gegen ihn teilweise eingeräumt.

Der 64 Jahre alte Mann ist Wiederholungstäter

Der Mann gilt als Wiederholungstäter. Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stief-Enkeltochter saß er bereits drei Jahre lang in Haft. Weil er sich zu unrecht verurteilt fühlte, verweigerte er eine Sexualtherapie. Auch bestritt er gegenüber der Familie erfolgreich den Missbrauch. Die machte die Tochter für die Tat verantwortlich. Die inzwischen erwachsene Frau verfolgte 2018 den Prozess. Zum Beginn des Verfahrens hatte sie dem BR gesagt: "Ich bin hier, um den Fall endgültig abzuschließen. Man hatte mir jahrelang auch in der Familie nicht geglaubt. Die Seele wird immer kaputt sein."