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Die Hofer Bürger sind unterschiedlicher Meinung ob der vorgezogenen Ausgangsbeschränkungen.

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Hof: Inzidenz über 300 - Ab Dienstag gilt eine Ausgangssperre

Wegen des erneut auf über 300 angestiegenen Corona-Inzidenzwertes verhängt die Stadt Hof eine nächtliche Ausgangssperre, die bereits schon ab Dienstag gilt – einen Tag vor dem Inkrafttreten der bayernweiten Verschärfung.

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Von
  • Lorenz Storch
  • BR24 Redaktion

Der 7-Tages-Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner für Hof ist am Montag nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts auf 366,6 gestiegen. Wegen des erneuten Überschreitens der 300er-Marke sah sich die Hofer Koordinierungsgruppe Corona-Pandemie bereits am Sonntag zu weiteren Maßnahmen gezwungen.

Oberbürgermeisterin: "Nicht auf bayernweite Maßnahmen warten"

"Wir können nicht auf die bayernweiten Maßnahmen warten", sagte die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) dem Bayerischen Rundfunk. Mittels einer Allgemeinverfügung hat die Stadt nun eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie soll bei der Eindämmung der Corona-Pandemie helfen, tritt schon am Dienstag in Kraft und gilt bis zum 18. Dezember. Die Zustimmung der Regierung von Oberfranken stand am Montagabend noch aus. Man habe sich angesichts der hohen Inzidenzzahl aber entschieden, die Allgemeinverfügung dennoch bekanntzumachen, um ein Inkrafttreten am Dienstag gewährleisten, teilte die Stadt mit.

Nachts nur noch mit triftigen Grund aus der Wohnung

Zwischen 21 und 5 Uhr ist das Verlassen der Wohnung dann nur noch aus wenigen triftigen Gründen möglich. Dazu zählen berufliche und medizinische Gründe, die Begleitung von Kindern oder Sterbenden und "ähnlich gewichtige und unabweisbaren Gründe". Ein Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt und Wechselunterricht ab der 8. Klasse gelten in Hof bereits.

Infektionen auch durch Feiern und Besuche vermutet

Der Anstieg der Zahlen in Hof ist maßgeblich auf einen Ausbruch im Seniorenhaus Rosenbühl mit insgesamt 26 Fällen zurückzuführen. Betroffen sind nach Angaben des Landratsamts Hof inzwischen aber auch eine ganze Reihe weiterer Seniorenheime und auch Schulen.

Über 100 Schüler an Hofer Gymnasium in Quarantäne

Am Johann-Christian-Reinhart-Gymnasium in Hof wurden zwei Lehrer und drei Schüler positiv auf das Virus getestet. Da verschiedene Klassen unterschiedlicher Jahrgangsstufen betroffen sind, müssen sich über 100 Personen in Quarantäne begeben. Die Schule hat nach eigenen Angaben deshalb beschlossen, den Präsenzunterricht vorläufig einzustellen. Einzelne Corona-Fälle mit entsprechenden Quarantäne-Maßnahmen gibt es auch in der Münsterschule Hof, der Sozialpflegeschule Ahornberg und der Grundschule Tauperlitz. Ebenso im Berufsbildungswerk Diakonie am Campus in Hof.

Coronafälle in Hofer Seniorenheimen

Im Seniorenheim "Haus am Klosterhof" wurden erneut fünf Personen positiv auf das Virus getestet, zwei Mitarbeiter und drei Bewohner. Insgesamt gibt es hier nun 27 Corona-Fälle. Im Seniorenhaus Rosenbühl war bereits am Samstag gemeldet worden, dass die Zahl der Corona-Fälle auf 26 gestiegen ist.

Döhla hält Ausgangssperren für zielführend

Döhla hält Ausgangsbeschränkungen daher für zielführend: "Wir haben ein breit gestreutes Infektionsgeschehen, es betrifft auch unterschiedlichste Altersgruppen. Ich habe schon die Vermutung, dass viele Infektionen auch von privaten Kontakten, Feiern oder abendlichen Besuchen stammen, und dann ist so eine Ausgangsbeschränkung schon eine Maßnahme."

Kritik an der bayernweiten Ausgangssperre

Damit widerspricht die Hofer SPD-Oberbürgermeisterin ausdrücklich der Landtags-SPD. Deren gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann hatte die bayernweit angekündigte Ausgangssperre scharf kritisiert: "Das ist eine sehr starke Freiheitseinschränkung und bringt nichts. Die Straßen sind abends durch den Teil-Lockdown sowieso leer, es sind höchstens einzelne Spaziergänger, beispielsweise mit Hund, unterwegs. Es geht hier nicht um den Preis für die krassesten Maßnahmen, sondern man muss sehr gut begründen können, wenn man die Menschen mehr oder weniger zuhause einsperrt", so die stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Landtags.

Döhla widerspricht auf BR-Nachfrage: "Ich sehe das anders, weil die Ausgangsbeschränkungen auch im Frühjahr viel gebracht haben."

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Wegen des erneut auf über 300 angestiegenen Inzidenzwertes hat die Stadt Hof eine nächtliche Ausgangssperre verhängt - einen Tag vor dem Inkrafttreten der bayernweiten Verschärfung. Die Hofer haben dazu unterschiedliche Meinungen.

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