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Hoeneß verteidigt Tönnies: "Erinnert mich an meine Steuersache" | BR24

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Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß verteidigt Clemens Tönnies gegen seiner Meinung nach überzogene Kritik

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Hoeneß verteidigt Tönnies: "Erinnert mich an meine Steuersache"

Uli Hoeneß und Clemens Tönnies verbindet eine langjährige Freundschaft. Bei seinem Auftritt in Blickpunkt Sport im BR Fernsehen verteidigt er Tönnies gegen die Kritik nach dem Corona-Ausbruch in dessen Fleischbetrieb.

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Uli Hoeneß kennt sich in der Fleischindustrie aus. Sein Vater war Metzger und er selbst hat eine Wurstfabrik in Nürnberg aufgebaut, auch wenn die Firma inzwischen seit vielen Jahren von seinem Sohn geleitet wird. Den ehemaligen Präsidenten und Aufsichtsratschef des FC Bayern verbindet also viel mit Clemens Tönnies, Boss beim FC Schalke 04 und eben auch Fleischfabrikant. Nicht umsonst sind die beiden lange freundschaftlich verbunden.

"Erinnert mich an meine Zeit mit der Steuersache"

Es verwundert also nicht, dass Hoeneß bei Blickpunkt Sport im BR Fernsehen auf den Skandal um Clemens Tönnies und seine Firma angesprochen, Tönnies verteidigt. Immerhin stand er vor sieben Jahren wegen seiner Steuerhinterziehung selbst öffentlich enorm in der Kritik.

"Teilweise erinnert es mich an meine Zeit mit der Steuersache. Ich glaube, wenn man mal in so einer Maschinerie drin ist, dann versucht da jeder, den anderen noch zu überholen mit seiner Kritik." Uli Hoeneß

2014 war Hoeneß wegen Steuerhinterziehung vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteil worden. Er hatte mehr als 28 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust. Damals war er als Präsident des FC Bayern zurückgetreten, kehrte nach seiner Haftentlassung 2016 wieder in dieses Amt zurück.

"Wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen"

Komplett aus der Verantwortung nimmt Hoeneß seinen Freund aber nicht. Wenn Fehler gemacht worden seien, muss man dazu stehen, sagt er. Aber Tönnies tue das ja. Er gehe davon aus, dass er Dinge ändere, wenn es notwendig sei, so der Bayern-Ehrenpräsident weiter. Doch die Kritik geht für ihn zu weit.

"Dass man dann alles, was er so geleistet hat, was er für eine große Firma aufgebaut hat, jetzt plötzlich in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein. Das ist aber ein Zeichen unserer Gesellschaft. Wenn du dran bist, dann gibt es kein Halten mehr. Und das erlebt er jetzt gerade am eigenen Leib." Uli Hoeneß

Tönnies steht als Firmenchef aktuell massiv unter Druck, nachdem sich im Stammwerk seines Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh mehr als 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Anschließend gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen Tönnies. Außerdem forderten auch Schalke-Fans seinen Rücktritt als Aufsichtsratschef des Vereins.

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