BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Höllentalbrücken: Konter nach offenem Brief | BR24

© Landkreis Hof

Der Naturschutzbeirat der Regierung ist gegen den Bau der Hängebrücke über das Höllental. Jetzt ist das Umweltministerium gefragt.

2
Per Mail sharen

    Höllentalbrücken: Konter nach offenem Brief

    Auf den offenen Brief an Umweltminister Thorsten Glauber meldet sich der Landtagsabgeordnete der CSU in Hof, Alexander König, zu Wort. Er spricht von "Tourismus in neuen Dimensionen" und fordert den Bau der umstrittenen Hängebrücken im Frankenwald.

    2
    Per Mail sharen
    Von
    • Lorenz Storch
    • Thorsten Gütling

    Der Hofer CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König spricht sich vehement für die umstrittene Höllentalbrücke im Frankenwald aus. Damit widerspricht er dem Bayreuther Abgeordneten der Grünen, Tim Pargent. Der hatte zuvor in einem offenen Brief an Umweltminister Thorsten Glauber (FW) einen Planungsstopp gefordert.

    Hängebrücke über das Höllental ist umstritten

    Zwei Hängebrücken sollen im Frankenwald gebaut werden. Die erste mit mehr als 1.000 Metern Länge, soll über das Naturschutzgebiet Höllental verlaufen und die längste Hängebrücke für Fußgänger der Welt werden. Die zweite Hängebrücke soll rund 390 Meter lang werden und über das benachbarte Lohbachtal führen. Vor allem die Brücke über das Höllental ist umstritten. Naturschützer fürchten einen irreversiblen Eingriff in ein sensibles Ökosystem.

    Alexander König: "Tourismus in völlig neuen Dimensionen"

    Alexander König sieht das anders. Die Initiative für die Brücke komme aus der Region und zwei Bürgerentscheide seien zugunsten des Brückenbaus ausgegangen. Zudem würde der Bau der Brücke so umweltverträglich wie möglich geplant. Der Tourismus im Frankenwald könne "in völlig neuen Dimensionen" von den beiden Brücken profitieren, so Alexander König in einer Mitteilung.

    "Die Frankenwaldbrücken werden nicht aus Jux und Tollerei gebaut. Vielmehr sollen die Hängebrücken ein Gewinn für das Hofer Land in Sachen Image, Lebensqualität, Wirtschaftsförderung und Investitionen werden." Alexander König (CSU), MdL

    Erfreulicherweise hätten Urlauber in Zeiten der Corona-Krise die Tourismusregion Frankenwald wiederentdeckt, so König. Jetzt gelte es, mit den Hängebrücken einen neuen Besuchermagneten im Frankenwald zu schaffen. Hofs Landrat Oliver Bär (CSU) rechnet mit 100.000 Touristen jährlich, die aufgrund der neuen Brücken in den Frankenwald kommen könnten. Er will die Planungen trotz des Veto des Naturschutzbeirats der Regierung von Oberfranken vorantreiben. Nun hat das Bayerische Umweltministerium das letzte Wort.

    Regierung setzt sich über Naturschutzbeirat hinweg

    Denn der Beirat kann nur Empfehlungen aussprechen. Die Regierung von Oberfranken als obere Naturschutzbehörde kann das Projekt anders beurteilen, den Brückenbau dennoch vorantreiben und ihn von diversen Vorgaben des Naturschutzes befreien. So ist es im Fall der Frankenwaldbrücken geplant.

    Naturschutzbeiräte in Bayern mit besonderem Status

    Wie Alexa Buckler, die Sprecherin der Regierung von Oberfranken auf Nachfrage des BR mitteilt, genießen die Naturschutzbeiräte in Bayern allerdings einen besonderen Status. Den sehe das bayerische Naturschutzgesetz vor. Demnach könne die Regierung sich über deren Empfehlungen nur hinwegsetzen, wenn die nächsthöhere Naturschutzbehörde das zulässt. Im Fall der Frankenwaldbrücken ist das das bayerische Umweltministerium.

    Umweltminister Glauber ist für den Bau der Frankenwaldbrücken

    Dessen Chef, Thorsten Glauber, hatte sich bereits im Herbst des vergangenen Jahres öffentlich für den Bau der Brücken über Höllen- und Lohbachtal stark gemacht, aber einen möglichst umweltschonenden Bau gefordert. Zuvor waren in Lichtenberg und Issigau (beides Landkreis Hof) zwei Bürgerbegehren für den Bau der Brücken ausgegangen. Beide Orte sind jeweils Endpunkt einer Brücke.

    Offener Brief an Umweltminister Glauber

    Der Landtagsabgeordnete der Grünen aus Bayreuth, Tim Pargent, hatte am Mittwoch (08.07.20) an Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) appelliert, den Bau der umstrittenen Hängebrücke über das Höllental zu verhindern.

    Frankenwaldbrücken: Dritter Fall innerhalb von fünf Jahren

    Regierungssprecherin Buckler sagt, in den vergangenen fünf Jahren sei es dreimal vorgekommen, dass sich die Regierung von Oberfranken über Empfehlungen des Naturschutzbeirates hinweggesetzt habe. Zunächst sei das bei der Frage, ob Kormorane abgeschossen werden dürften geschehen. Danach sei es um die Aufhebung des geschützten Landschaftsbestandteils Steigerwald gegangen und jetzt um den Bau der Frankenwaldbrücken.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!