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Höhlendrama in Dietfurt: Forscher hatte Wasser in der Lunge | BR24

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Bei einer Expedition in einer Höhle in der Oberpfalz ist ein 57-jähriger Forscher während eines Tauchgangs ums Leben gekommen. Rettungskräfte hatten stundenlang versucht, den Mann zu reanimieren. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

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Höhlendrama in Dietfurt: Forscher hatte Wasser in der Lunge

Bei einer Expedition in einer Höhle in Dietfurt ist ein 57-jähriger Forscher während eines Tauchgangs ums Leben gekommen. Wie jetzt bekannt wurde, hatte der Wissenschaftler Wasser in der Lunge. Die Kripo ermittelt den genauen Unfallhergang.

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Von
  • Michael Buchner
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Der bei einem Tauchgang in einer Höhle bei Dietfurt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz tödlich verunglückte Höhlenforscher ist von seinen Kameraden mit Wasser in der Lunge aus einer Engstelle gezogen worden. Der 57-Jährige sei der Schlussmann der vierköpfigen Gruppe gewesen und nach einem engen Durchschlupf in einem etwa sechs Meter langen, wassergefüllten Siphon nicht aufgetaucht, wie der Sprecher des zuständigen Höhlenforschungsvereins, Christian Schöffel, sagte.

Forscher starb während Rettungsaktion

Warum das Opfer in der Höhle bei Dietfurt in der Oberpfalz trotz Maske und Pressluftflasche Wasser einatmete, sei bislang nicht geklärt. Der 57-Jährige starb am späten Samstagabend noch während der Rettungsaktion in der Höhle.

Die vier ehrenamtlichen Höhlenforscher des überregional organisierten Vereins "Die Mühlbachquellhöhle und die Karstgruppe Mühlbach" hatten in dem Höhlensystem in der Fränkischen Alb anstehende Färbeversuche vorbereitet. Sie sollen Klarheit über den unterirdischen Verlauf des versickernden Oberflächenwassers in dem Karstgebiet bringen.

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Bei einer Expedition in einer Höhle in Dietfurt ist ein 57-jähriger Forscher während eines Tauchgangs ums Leben gekommen. Wie jetzt bekannt wurde, hatte der Wissenschaftler Wasser in der Lunge. Die Kripo ermittelt den genauen Unfallhergang.

Unfall gibt Rätsel auf

Warum es an der Engstelle, die die Teams schon häufig passiert hatten, zu dem Unfall kam, konnte sich der auch am Rettungseinsatz beteiligte Schöffel zunächst nicht erklären. "Das waren die erfahrensten Leute, die wir im Verein haben, mit der besten Ausrüstung. Die halten sich alle an die Regeln, keiner geht alleine in die Höhle, keiner macht das, um sich einen Kick zu holen."

Nach BR-Informationen hatte ein Team von Höhlenrettern und ein Notarzt zuvor noch dreieinhalb Stunden erfolglos versucht, den aus Mittelfranken stammenden Mann zu reanimieren. Der Verunglückte war den Angaben zufolge mit zwei weiteren Männern und einer Frau 700 Meter weit in die Höhle gestiegen. Nach BR-Informationen erforscht die Gruppe die Höhle bereits seit 25 Jahren.

Kripo ermittelt

Ein Begleiter habe sich nach dem Vorfall auf den Weg aus der Höhle gemacht und gegen 16 Uhr Hilfe gerufen. Anschließend rückten rund 200 Rettungskräfte aus ganz Bayern an, darunter auch zwei Gruppen von Höhlenrettern. Derzeit ermittelt die Kriminalpolizei, wie es zu dem Unfall gekommen ist.

Die Mühlbachquellhöhle ist nach Angaben eines Höhlenretters etwa sieben Kilometer lang. 150 Meter nach ihrem Eingang entwickelt sich die Höhle zu einem unterirdischen Flusslauf.

Aktion erinnert an Riesending-Schachthöhle

Im Jahr 2014 hatte ein Rettungseinsatz in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden die zuvor in der Öffentlichkeit wenig bekannte Szene der Höhlenforscher ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. An Pfingsten wurde einer der zumeist ehrenamtlich Tätigen von einem Steinschlag in der tiefsten Höhle Deutschlands am Kopf getroffen. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und wurde in einer elf Tage dauernden und fast eine Million Euro teuren Rettungsaktion von mehr als 700 Helfern aus 1000 Metern Tiefe wieder ans Tageslicht gebracht.

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Bei einer Expedition in einer Höhle in der Oberpfalz ist ein 57-jähriger Forscher während eines Tauchgangs ums Leben gekommen. Rettungskräfte hatten zuvor stundenlang versucht, den Mann zu reanimieren. Nun ermittelt die Polizei.

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