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Höhle bei Bauarbeiten in Burglengenfeld entdeckt | BR24

© BR/Michael Wagner

In Burglengenfeld ist bei Bauarbeiten eine Höhle entdeckt worden.

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Höhle bei Bauarbeiten in Burglengenfeld entdeckt

In Burglengenfeld ist bei Bauarbeiten eine Höhle entdeckt worden. Wie die Stadt bekannt gab, haben Experten die Höhle untersucht und vermessen: In einem Raum gibt es sogar Tropfsteine.

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Von
  • Michael Wagner

Spektakulärer Fund in Burglengenfeld: Bauarbeiter haben bei Grabungen eine neue Höhle entdeckt. Laut einer Pressemitteilung der Stadt haben Experten die Höhle untersucht und vermessen. Der sogenannte Zwicknagelschacht ist 76 Meter lang und 14 Meter tief. Benannt ist die Höhle nach ihrem Entdecker, einem Baggerfahrer. In der Höhle gibt es sogar Tropfsteine.

Mehr Informationen zu diesem Thema in Folge 39 unseres Podcasts "10 Minuten Oberpfalz"

Für Forscher ist die Höhle auch erdgeschichtlich von Interesse: Es seien mehrere Fossilien entdeckt worden, darunter versteinerte Seelilien aus dem früheren Jurameer. In einem Raum der Höhle gibt es laut der Pressemitteilung sogar Tropfsteine.

Trinkwasserversorgung eventuell gefährdet

Für die Stadtwerke wiederum ist die Entdeckung der Höhle nicht unbedenklich. Sie liegt nämlich teilweise unter dem Schutzgebiet der Burglengenfelder Trinkwasserversorgung. Das Grundwasser in der Region des Oberpfälzer Jura gilt laut Stadtwerken als besonders gefährdet, weil durch die Erdstruktur Regen oder Oberflächenwasser schnell ins Grundwasser gelangen könnten – das gleiche gilt aber auch für Schadstoffe. Der tiefste Punkt der bislang erforschten Höhle liegt laut einem Hydrologen nur rund 30 Meter über dem Grundwasserspiegel.

"Natürlich fanden auch wir allein die Tatsache spannend, dass eine derart weit verzweigte Höhle entdeckt worden ist, von der bislang niemand etwas wusste. Aber für uns als Wasserversorger steht die Frage im Vordergrund: Ist der Schutz unseres Trinkwassers sichergestellt?" Stadtwerke-Vorstand Friedrich Gluth

Tracerversuch soll aufklären

Ein sogenannter "Tracerversuch" soll darüber Aufschluss bringen: In der Höhle wird an bestimmten Stellen Wasser mit Farbstoff eingebracht – Anhand der Färbung kann nachvollzogen werden, welchen Weg das Wasser nimmt und wie schnell das geht. So kann festgestellt werden, wie lange es im Falle eines Unfalls dauern könnte, bis verunreinigtes Wasser ins Trinkwasser gelangen könnte. Der Tracerversuch soll voraussichtlich im Juli durchgeführt werden.

Das Gestein in der Höhle sei sehr brüchig, wird eine Höhlenforscherin in der Pressemitteilung zitiert. Die Höhle könne nur mit entsprechender Sicherung begangen werden, es herrsche Absturzgefahr.

© Anders & Raum Sachverständigenbüro für Grundwasser

Längsschnitt des "Zwicknagelschachts"

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