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Parkgebühren für große Autos?
© BR/Kari Kungel

Autoren

Markus Ehrlich
Kari Kungel
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Parkgebühren für große Autos?

Heute Vormittag am Dachauplatz in Regensburg: Eine Autoschlange bildet sich vor dem Parkhaus. Die Fahrer warten darauf, reinzukommen. Ein schwarzer SUV fällt auf - er kommt nur knapp um die Kurve. Auch bei den Parkplätzen ist es eng, der Fahrer sucht sich zwei freie Plätze nebeneinander und parkt über der Begrenzung. So wie hier sieht es in vielen Parkhäusern aus. 

Experte fordert: Gebühren hoch

Deswegen fordert Verkehrsexperte Ferdinand Dudenhöffer im Gespräch mit dem BR gerechte Bezahlung.

"Wer mehr Platz für sein Auto braucht, der soll auch mehr bezahlen." Ferdinand Dudenhöffer

Fahrer von großen Autos könnten zum Beispiel eine 1,3-fache Parkgebühr zahlen, schlägt Dudenhöffer vor. Geben soll es zwei Arten von Parkplätzen: die normalen und die großen. Diese beiden Parkplatzarten sollen automatisch ermittelt werden: An den Einfahrten von Parkhäusern sollen Scanner angebracht werden. Diese sollen dann - je nach Größe des einfahrenden Autos - den jeweiligen Tarif ermitteln.

Kosten für Umrüstung zu hoch?

Regensburger Parkhausbetreiber sehen den Vorschlag kritisch. Christian Seidls Firma betreibt das Parkhaus am Regensburger Arnulfsplatz. Digitale Vermessung von Autos sei nicht machbar, so Seidl. Die Kosten für den Umbau von Schrankenanlage und Kassensystem wären zu groß. Man könne überhaupt nicht abgrenzen, welches Auto nun groß sei und welches klein. Seidl findet, dass es beim Parken generell eine Revolution braucht. Sein Vorschlag: vollautonomes Parken. 

"Da gibt man im Prinzip seinen Schlüssel an der Pforte ab und das Auto fährt automatisiert ohne Fahrer an seinen Parkplatz, um dort weniger Platz zu brauchen. Ich glaube, das ist die Zukunft." Christian Seidl

Kommunale Parkhausbetreiber skeptisch

Auch kommunale Parkhausbetreiber in Passau, Landshut, Regensburg und Weiden halten nichts davon, das bisherige Kostenmodell zu ändern. Der Grund: Die meisten städtischen Parkhäuser sind ohnehin groß genug, viele erst kürzlich renoviert und ausgebaut worden. Ein Sprecher der Stadtwerke Regensburg sagte dem BR, dass die drei kommunalen Parkhäuser, die die Stadtwerke betreiben, ohnehin schon jetzt mehr Platz bieten, als es gesetzlich vorgeschrieben sei. Handlungsbedarf sieht der Sprecher deswegen nicht.

ADAC: Autofahrer nicht gegeneinander ausspielen

Gegenwind für Dudenhöffers Idee kommt auch vom ADAC. Ein Sprecher sagte dem BR, dass die Kommunen sich darum kümmern müssen, dem erhöhten Verkehrsaufkommen in bayerischen Städten gerecht zu werden - und dafür auch Geld in die Hand nehmen müssten. Höhere Kosten im Parkhaus hält der ADAC-Sprecher für wenig zielführend. Man dürfe Autofahrer nicht gegeneinander ausspielen, sagte er. Zudem ist er der Meinung, dass sich Autofahrer von höheren Kosten fürs Parken ohnehin nicht abschrecken lassen. Der Automobilclub schlägt dagegen vor, die momentan vorgeschriebene Parkplatz-Mindestbreite von 2,30 Metern um 20 Zentimeter zu erhöhen.

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Markus Ehrlich
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Sendung

Mittags in Niederbayern und Oberpfalz vom 24.05.2018 - 12:20 Uhr