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Höchste Corona-Inzidenz in Passau - Beratungen in Nürnberg | BR24

© dpa/pa/Lino Mirgeler

Schilder weisen am Ludwigsplatz auf die bestehende Alkoholverbotszone und die Maskenpflicht in Passau hin.

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    Höchste Corona-Inzidenz in Passau - Beratungen in Nürnberg

    Die Stadt Passau weist mit 579,5 bundesweit die höchste Corona-Inzidenz auf. Auch die Landkreise Passau und Regen liegen über dem Wert 300, ebenso die zweitgrößte bayerische Stadt Nürnberg. Dort wird heute über mögliche Maßnahmen beraten.

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    Von
    • Claudia Steiner
    • BR24 Redaktion
    • Konstantin König

    Die Neuinfektionen in der Stadt Passau steigen weiter: Der Inzidenzwert liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile bei 579,5. Das ist derzeit der höchste Wert in ganz Deutschland. Das thüringische Hildburghausen - das bisher bundesweit die höchste Inzidenz hatte - liegt laut RKI nun bei 579,1 und damit hinter Passau.

    Passauer Oberbürgermeister: Weiter steigende Zahlen möglich

    Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) hält weiter steigende Zahlen für möglich.

    "Solange die Kontaktpersonen der ursprünglich Infizierten getestet werden, werden sich die Zahlen weiterbewegen.” Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD)

    Als Grund für den weiteren Anstieg trotz strenger Ausgangsbeschränkungen und Corona-Auflagen nennt Dupper zudem die Zunahme von Fällen in zwei Pflegeheimen und in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber.

    Aktuell werden 73 Patienten am Klinikum Passau behandelt. Derzeit gibt es den Angaben zufolge noch Kapazitäten. Aber: Das Klinikum Passau gerät immer mehr an seine Grenzen.

    Angespannte Situation am Klinikum Passau

    Im Interview mit dem BR erklärte der Werksleiter, Stefan Nowack: "Wir kommen langsam in kritischere Bereiche […] Was uns Sorgen macht, ist die Dynamik die wir gerade haben. Wir hatten vor einer Woche noch ungefähr die Hälfte der Patienten und das ist natürlich stark gestiegen in den letzten Tagen. Sodass es jetzt darauf ankommt, dass diese starke Steigung, die wir haben, gerade auch am letzten Wochenende, sich jetzt abflacht." Aktuell werden zehn Patienten mit Corona intensivmedizinisch betreut, 16 wären möglich. Müsste das Klinikum schlagartig mehrere Corona-infizierte Senioren aus den betroffenen Pflegeheimen aufnehmen, wäre diese Situation nicht zu stemmen. Dann müsste man Patienten auf andere Kliniken verteilen, so Nowack.

    Strenge Ausgangsbeschränkungen in Passau

    In der Stadt Passau gelten seit Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen: Passauer dürfen nur noch aus triftigem Grund ihr Haus verlassen - zum Beispiel um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem ist es auf öffentlichen Plätzen verboten, Alkohol zu trinken. Bislang halte sich die Bevölkerung größtenteils an die Beschränkungen, sagte die Polizei. Auch Dupper betonte: "Der Eindruck ist, dass eine hohe Disziplin vorhanden ist. "

    Die Ausgangsbeschränkungen in Passau gelten zunächst für eine Woche. Frühestens bei einem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Inzidenz von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Dupper. Auch der Landkreis Passau hat hohe Zahlen. Laut RKI liegt dort die Sieben-Tage-Inzidenz bei 360,2. Der niederbayerischen Landkreis Regen weist einen Wert von 377,2 auf.

    Nürnberg berät über Maßnahmen

    Unterdessen entwickelt sich auch die zweitgrößte bayerische Stadt Nürnberg zum Corona-Hotspot. Nürnberg hat einen Wert von 307,3. Angesichts der deutlich gestiegenen Fälle will die Stadt Nürnberg heute über mögliche Schritte für weitere Einschränkungen beraten. Für morgen ist eine Pressekonferenz angekündigt. So könnte es unter anderem Einschränkungen für Schulen geben.

    Unterdessen findet am Gymnasium der Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg der Unterricht für die Klassen 6 bis 10 bereits ab heute komplett digital statt. Grund dafür sind mehrere Corona-Fälle an der Schule. Viele Lehrerinnen und Lehrer mussten in Quarantäne. Aufgrund der angespannten Personalsituation könne keine Notbetreuung vor Ort angeboten werden, so die Schulleitung.

    Klassen in Hof werden geteilt

    In der oberfränkischen Stadt Hof werden ab morgen die Klassen ab der 8. Jahrgangsstufe geteilt. Diese Regelung gilt bis zu den Weihnachtsferien – "auch für den Fall, dass die Inzidenzwerte in Stadt und Landkreis unter 200 sinken", hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Ausgenommen von der Wechsel-Unterricht-Vorschrift sind Abschlussklassen und Förderschulen. Wer Bewohner in Seniorenheime besuchen möchte, sollte eine FFP2-Maske tragen. Sollten in den Einrichtungen nicht ausreichend FFP2-Masken vorhanden sein, werden diese von Stadt und Landkreis zur Verfügung gestellt. Die Stadt Hof hat derzeit den Wert von 264, der Landkreis von 204.

    Rückläufige Zahlen in Augsburg

    In der Stadt Augsburg ging dagegen die Sieben-Tage-Inzidenz leicht zurück. Wie das Rathaus mitteilte, liegt sie aktuell bei 271,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Gestern gab die Stadt den Wert noch mit 282,6 an. Zur Eindämmung der Pandemie gelten in Augsburg seit Freitagabend verschärfte Corona-Maßnahmen.

    Strikte Ausgangsbeschränkungen in Bayern möglich

    Nach den neuen Empfehlungen der bayerischen Staatsregierung soll in Corona-Hotspots, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von über 300 gemeldet wird, das öffentliche Leben weiter heruntergefahren werden. Möglich sind unter anderem strikte Ausgangsbeschränkungen wie sie derzeit in Passau gelten.

    Das Verlassen der Wohnung wäre in diesem Fall nur bei "Vorliegen triftiger Gründe erlaubt", heißt es im Kabinettsbeschluss vom vergangenen Donnerstag. Die neue Infektionsschutzverordnung der bayerischen Staatsregierung tritt morgen in Kraft. Sie sieht auch vor, dass der Schulbetrieb weiter eingeschränkt werden soll.

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