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Hochwasserschutz: Passauer Stadtrat gegen Grundschutzmauer | BR24

© pa/dpa/Tobias Köhler

Feuerwehrfahrzeuge auf der Ilzbrücke während des Hochwassers im März 2019

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    Hochwasserschutz: Passauer Stadtrat gegen Grundschutzmauer

    Die Stadt Passau stoppt die Planungen für den Hochwasserschutz im Stadtteil Hals. Grund dafür ist die Höhe der geplanten Grundschutzmauer. Betroffene Anwohner befürchten, dass die hohe Mauer das Stadtbild entstellt.

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    Der Hochwasserschutz an der Ilz ist seit Monaten ein heiß diskutiertes Thema in Passau. Streitpunkt waren meist die Auswirkungen einer Schutzmauer auf das Ensemble und das Stadtbild des Stadtteils Hals.

    Bei der Hochwasserkatastrophe 2013 staute sich die Ilz auf Rekordhöhe auf. In der Ilzstadt und in Hals versanken die Gebäude teilweise bis zum ersten Stockwerk. Zuletzt gab es hier im März diesen Jahres Probleme, als sich die Ilz in wenigen Stunden gefährlich aufgestaut und Überflutungen verursacht hatte.

    Grundschutzmauer: 1,75 Meter für Hochwasserschutz

    Jetzt haben die Stadträte den Hochwasserschutz am Fluss Ilz aber abgelehnt. Der Grund: Ursprünglich plante man eine 600 Meter lange Grundschutzmauer am idyllischen Ufer mit einer Höhe von 1,40 Meter. Neuste Berechnungen des Landesamtes für Umwelt haben aber gezeigt: Die Mauer müsste noch höher gebaut werden, um Anwohner und Gebäude vor einem Jahrhunderthochwasser zu schützen - und zwar 1,75 Meter. Das bestätigt Karin Schmeller, Sprecherin im Rathaus, dem Bayerischen Rundfunk.

    Betroffene: Hochwasserschutzmauer stört Stadtbild

    Das ist zu hoch für viele Anwohner und Betroffene - sie befürchten, dass durch die Mauer das Stadtbild entstellt wird. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahren sind laut Schmeller über 400 Einwendungen von Bürgern eingegangen, die sich alle ausnahmslos mit der Höhe der Grundschutzmauer und der damit verbundenen Veränderung des Stadtbildes befassten.

    Stadtrat stimmt gegen Grundschutzmauer

    Das Ergebnis: Nach einer etwa zweistündigen Debatte im Stadtrat stimmte jetzt auch das Plenum mit einer Gegenstimme gegen das Vorhaben der Schutzmauer. Die Planungen zum Hochwasserschutz in Hals sind damit vom Tisch.

    Häuser individuell vor Hochwasser schützen

    Um Häuser und Anwohner dennoch vor Hochwasser zu schützen, will die Stadt mit betroffenen Hausbesitzern Kontakt aufnehmen. Die Häuser müssen jetzt mit individuellen bzw. dezentralen Hochwasserschutzmaßnahmen geschützt werden. Im Beschluss heißt es außerdem, dass die Qualität der Vorhersagen an der Ilz optimiert und die Alarmierung der Einsatzkräfte bzw. betroffenen Anwohner beschleunigt werden müsse.