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Hochwasserschutz mit "Wagenhebern" für Häuser | BR24

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Der klassische Hochwasserschutz mit Deichen und Flutpoldern sorgt regelmäßig für heftige politische Debatten. Die TU Nürnberg erforscht jetzt einen spektakulär neuen Ansatz: Wenn Flüsse über die Ufer treten, sollen gefährdete Häuser angehoben werden.

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Hochwasserschutz mit "Wagenhebern" für Häuser

Der klassische Hochwasserschutz mit Deichen und Flutpoldern sorgt regelmäßig für heftige politische Debatten. Die TU Nürnberg erforscht jetzt einen spektakulär neuen Ansatz: Gefährdete Häuser könnten angehoben werden.

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Der Coswiger Ortsteil Brockwitz in Sachsen: Das Dorf an der Elbe wird regelmäßig überflutet. Einen Deich gibt es nicht, und bis auf Weiteres ist auch keiner geplant. Die Häuser auf der einen Seite der Hauptstraße liegen tiefer und sind besonders gefährdet.

Neue, aber teure Idee der Haushebung

Ob eine neue Variante des Hochwasserschutzes sinnvoll ist, prüft ein Forscherteam von mehreren Universitäten, darunter auch das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Nürnberg. Eigentlich kümmern sie sich um Deiche oder Fischtreppen. Doch für Brockwitz forschen sie an einer anderen Methode: "Den Bau eines Deiches zu umgehen und dafür die einzelnen Häuser aus dem eigentlichen Hochwasserbereich herauszuheben, da diese Technologien für Gebäude entwickelt wurden", erklärt Prof. Dirk Carstensen von der TU Nürnberg.

Eine solche Haushebung ist technisch machbar. Mit moderner Hydraulik wird das Haus angehoben, ähnlich wie mit einem Wagenheber. Zwei Meter wären in einer Woche möglich. Die Kosten pro Haus sind unterschiedlich, dürften aber zwischen 150.000 und 250.000 Euro liegen, je nach Größe und Beschaffenheit. So hoch waren in etwa auch die Renovierungskosten nach einem schweren Hochwasser.

Finanzierung fraglich

24 Haushalte kämen in Brockwitz in Frage. Die Kosten müssten momentan die Hausbesitzer übernehmen. Noch ist das Projekt eine Machbarkeitsstudie. Er soll aber einen Anstoß geben, um so Haushebungen auch in anderen Teilen Deutschlands durchzuführen, so Carstensen.

Die Forscher sind zuversichtlich, ihre Ideen auch umsetzen zu können. Die Umsetzung steht und fällt aber wohl mit der Finanzierung, die die Hausbesitzer alleine wahrscheinlich nicht tragen können.