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Um den Zenngrund besser vor Hochwasser zu schützen, wollen die Gemeinden im Landkreis Fürth und die Wasserwirtschaftsämter Maßnahmen erarbeiten.

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Hochwasserdialog an der Zenn für bessere Schutz-Maßnahmen

Der Landkreis Fürth will den Hochwasserschutz verbessern und hat zu einem Runden Tisch eingeladen. Erste Erkenntnis: Nur ein gemeinsames Vorgehen der Gemeinden entlang der Zenn kann etwas bewirken. Ein Hochwasserdialog soll das Forum dafür sein.

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Von
  • Inga Pflug

Die Kommunen im Landkreis Fürth wollen gemeinsam mit den Wasserwirtschaftsämtern in einen intensiven Hochwasserdialog einsteigen. Das ist die Erkenntnis eines "Runden Tisches Zenn", der am Nachmittag virtuell stattgefunden hat.

Um künftig Hochwasser und Überschwemmungen zu verhindern und mögliche Folgen abzuschwächen, würden die Wasserwirtschaftsämter nun gezielt das Gespräch mit den betroffenen Gemeinden suchen, um die Situation zumindest zu verbessern. Das erklärte Fürths Landrat Matthias Dießl (CSU) im Anschluss an die Gesprächsrunde. Besonders betroffen hatte es im Landkreis Fürth den Markt Wilhermsdorf, Langenzenn und die Gemeinde Veitsbronn.

Mehr technischer Hochwasserschutz und schnellere Informationen

"Das Ereignis, das wir erlebt haben, ist außergewöhnlich gewesen in dieser Form", betonte der Landrat. Er bezog sich auf den extremen Starkregen und das anschließende Hochwassers um den 9. Juli. "Das hat bei uns in der Region noch nicht stattgefunden. Und man wird nicht für alles davon Vorsorge treffen können. Aber es gibt doch einige Dinge, über die man sprechen muss." Als Beispiel nannte Dießl zum einen den Ausbau des technischen Hochwasserschutzes in den betroffenen Gebieten.

Zum anderen solle erörtert werden, wie der Informationsfluss im Ernstfall beschleunigt werden könne. Seinen Worten zufolge könne möglicherweise das Warnsystem KATWARN besser mit bestehenden Informationssystemen zu Pegelständen vernetzt werden. Außerdem könne die Bevölkerung etwa durch Sirenenalarm erreicht werden.

Gemeinden müssen zusammenarbeiten

Bei dem Gespräch sei auch klargeworden, dass die Gemeinden entlang der Zenn sich gemeinsam gegen Hochwasserereignisse schützen müssten. "Die Gemeinden haben heute auch klar zum Ausdruck gebracht, es geht ums Miteinander und wir arbeiten auch daran. Jeder muss erst für seinen Bereich überlegen. Und wenn es dann darum geht, im einen Bereich für einen nachgelagerten Bereich vorzusorgen, dann werden wir das über die Wasserwirtschaftsämter und das Landratsamt auch herstellen, dass da der Dialog stattfindet", sagte Dießl dem Bayerischen Rundfunk.

Dies bekräftigte auch Helmut Weiß, Landrat von Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim, der ebenfalls am virtuellen runden Tisch teilnahm. Auch dort hat es schlimme Hochwasser-Schäden gegeben. Deshalb stehe er bereits im Dialog mit seinen Gemeinden, für September sei ein Treffen mit den Bürgermeistern geplant, um weitere Schritte zu besprechen.

Dießl betonte zudem, dass es gelte Falschmeldungen und Schuldzuweisungen, die im Raum standen – etwa, dass am Regenrückhaltebecken in Obernzenn der Damm gebrochen oder er geöffnet worden sei – entschieden entgegen zu treten.

Zeitnaher Beginn des Hochwasserdialogs geplant

Zudem nahm der CSU-Politiker nach dem Runden Tisch die Landkreis-Bewohner selbst in die Pflicht, sich gegen Überflutungen und Hochwasser zu schützen. Auch Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert appellierte auch an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, die sich darum bemühen sollten, dass zum Beispiel ihre Keller baulich vor Überschwemmungen abgesichert sind.

Der Hochwasserdialog soll dem Landrat zufolge zeitnah starten – aus den Gesprächen soll dann ein Zeitplan für konkrete Maßnahmen entwickelt werden.

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Rund zwei Wochen nach dem Hochwasser im Landkreis Fürth gibt es für die Betroffenen noch viel zu tun. Gemeinden diskutieren bereits über bessere Schutzmaßnahmen für die Zukunft.

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