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Die Landwirte in Nordrhein-Westfalen hat das Hochwasser hart getroffen. Bauern aus Franken haben nun reagiert und Lastwagen voller Tierfutter in die betroffenen Gebiete geschickt.

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Flutkatastrophe: Oberfränkische Bauern bringen Stroh nach NRW

Es ist ein Zeichen der Solidarität: Landwirte aus Oberfranken unterstützen ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen und bringen morgen Heu und Stroh ins Katastrophengebiet. Die Hilfsbereitschaft ist enorm, die Organisation eine Herausforderung.

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Von
  • Florian Deglmann

Die Lage in Erftstadt in Nordrhein-Westfalen ist verheerend - auch für die Landwirte. Sie befürchten, ihre Tiere nicht mehr ausreichend versorgen zu können. Zu viel wurde durch die Flutkatastrophe zerstört. Sie senden einen Hilferuf nach Oberfranken, genauer gesagt in den Landkreis Forchheim. Dort bildet sich schnell ein Netzwerk der Solidarität, bestehend aus Bauern, Firmen und Speditionen, die bereit sind zu helfen. Sie organisieren den Transport von Stroh und Heu nach NRW.

Bauern bringen Heu nach Erftstadt

Einer von ihnen ist Matthias Meixner. Er selbst betreibt eine Spedition und hat sich am vergangenen Wochenende schnell mit Kollegen zusammengetan: "Da helfen alle mit. Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, die läuft seitdem heiß." Denn am vergangenen Samstag sind bereits fünf Lkw nach Erftstadt gefahren, beladen mit etwa 160 Ballen Stroh. "Das war eine Blitzaktion" sagt Meixner. Den ein oder anderen Fahrer habe er am Samstagnachmittag noch spontan vom Grill wegrekrutiert. "Das war aber eigentlich nur die Generalprobe für das kommende Wochenende."

Solidarität in Oberfranken: Kolonne fährt am Samstag nach NRW

Denn am Samstag soll eine noch wesentlich größere Kolonne mit rund 20 Lastwagen die Reise nach Erftstadt antreten. Mittlerweile haben sich noch mehr potentielle Helfer bei Meixner und seinen Mitstreitern gemeldet. So haben auch aus den Landkreisen Bamberg und Bayreuth bereits Firmen und Landwirte ihre Hilfsbereitschaft signalisiert. "Wir müssen das jetzt alles organisieren, aber ich sage es mal so: Wenn wir zu viele Lkw haben, kriegen wir auch noch irgendwo Heu und Stroh her und andersrum."

Dass die Lage in Nordrhein-Westfalen mehr als ernst ist, habe Meixner nicht nur aus den Nachrichten erfahren, sondern auch direkt erkannt, als er am vergangenen Wochenende einen Anruf aus Erftstadt erhielt: "Fahrt bitte los!" Die Verzweiflung sei durch das Telefon zu hören und zu spüren gewesen, berichtet er. Dementsprechend sei es wichtig, jetzt zusammenzuhalten und weiterhin zu helfen, wo es geht.

Stroh-Spende für Flutopfer: Helfer kommen für Kosten auf

Das Finanzielle spiele dabei eine untergeordnete Rolle, sagt der Spediteur. "In so einer Situation ist das absolut zweitrangig." Die Kosten für Maut, Diesel und Co. tragen er und seine Kollegen selbst. Stroh und Heu kommen von den hiesigen Landwirten. Auf Spenden seien sie nicht primär angewiesen, sagt Meixner und bleibt in dieser Hinsicht pragmatisch: "Wenn was kommt ist's gut, und wenn nix kommt, ist's auch gut."

Bis Donnerstagmittag sammeln er und die anderen Organisatoren nun noch die Daten sämtlicher Helfer und Unterstützer ein: Wer kann wie viel Heu und Stroh liefern, wann und wo genau wird umgeladen, wie viele Lastwagen stehen zur Verfügung? Ein enormer logistischer Aufwand, der aber notwendig ist: "Wir wollen am Samstagnachmittag bis spätestens 18 Uhr losfahren. Ich hoffe, das klappt!"

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Bildrechte: Max Sponsel

Es ist ein Zeichen der Solidarität: Landwirte aus Oberfranken unterstützen ihre Kollegen in Nordrhein-Westfalen und bringen Heu und Stroh nach der Flut ins Katastrophengebiet.

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