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Bildrechte: BR/ Zara Kroiß

So bereiten sich die Passauer auf die Scheitelwelle vor. Ausschnitt aus der BR24-Rundschau Live-Schalte mit BR.

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Hochwasser in Passau: Donau überschreitet Acht-Meter-Marke

Das hochwassererprobte Passau kämpft wieder mit den Fluten von Donau und Inn. An der Donau wurde Meldestufe drei überschritten. Die Bewohner der Altstadt rüsten sich seit dem Morgen vor Überschwemmungen. Der Scheitel wird Montagmorgen erwartet.

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Von
  • Guido Fromm
  • BR24 Redaktion
  • Zara Kroiß

Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage am Alpenrand sieht sich Passau erneut mit einem Hochwasser konfrontiert. Am Abend erreichte der Pegelstand der Donau die Marke von 8,10 Metern. Gemäß den Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes wird davon ausgegangen, dass der Pegel in der Nacht auf 8,65 Meter, also auf Meldestufe vier ansteigt. Die Scheitelwelle soll am Montagmorgen erreicht werden.

Donau über acht Metern, Inn bei sechs Metern erwartet

Am Mittag wurden 7,88 Meter gemessen, laut Stadt Passau gehen die Prognosen von bis zu 8,65 Meter im Laufe des Tages oder der kommenden Nacht aus.

Der Pegel des Inn liegt aktuell bei 5,78 Metern und damit knapp über Stufe eins. Prognosen gehen derzeit von einem maximalen Wasserstand von knapp über sechs Metern aus. Der soll in der Nacht erreicht sein. Das wäre gleichbedeutend mit dem Erreichen der zweiten Meldestufe.

Straßen, Wege und Parkplätze sind gesperrt

Für das hochwassererprobte Passau bedeutet das, dass ufernahe Wege sicher überschwemmt werden. Die Passauer Polizei schleppte bereits im Vorfeld der Flut 17 Autos ab, die trotz der Hochwasserwarnungen noch am Donauufer geparkt waren. Einige Fahrzeughalter konnten aber auch noch telefonisch verständigt werden. Für den Verkehr gesperrt sind laut Stadt folgende Bereiche: Fritz-Schäffer-Promenade, Stromlänge, Unterführung Sulzsteg, Ort, Innstadtbahnhofweg, Racklau, Unterführung Löwmühle (B388 Richtung Hauzenberg), Busparkplatz Donaulände und die Parkplätze unter der Schanzlbrücke.

In der Passauer Altstadt wurden Sandsäcke verteilt

Wie Passaus Stadtbrandrat Andreas Dittlmann dem BR am Sonntagmittag mitteilte, habe man im Bereich der Altstadt sämtliche Eingänge mit Sandsäcken verbaut, sodass man für die gegen am Nachmittag erwartete Scheitelwelle in der Salzach-Region gerüstet sei.

Auch wurden mobile Schutzwände aufgebaut. Die Passauer selbst sind achtsam, auch wenn man mit den erwarteten Wasserständen weit unter den Marken aus dem Jahr 2013 bleiben werde. Damals wurden Pegelstände jenseits der Zehn-Meter-Marke gemessen.

Stadtbrandrat: Hochwasser nicht vergleichbar mit Starkregen

Stadtbrandrat Dittlmann bezeichnet das derzeitige Hochwasser als "große Unbekannte", da man nicht wisse, wie stark die zweite Scheitelwelle werde.

Man sei aber in Passau erprobt: Ein Hochwasser in diesem Ausmaß käme einmal im Jahr vor. Auch sei ein Flusshochwasser laut Dittlmann nicht vergleichbar mit Starkregenereignissen wie sie derzeit im Berchtesgadener Land der Fall sind: "Hier gibt es im Gegensatz dazu Ankündigungen und wir haben damit Vorlaufzeit, um diese Maßnahmen zu machen und Dinge aufzubauen. Das hilft enorm."

Deichwache als Ansprechpartner

Nachdem am Sonntagmorgen etwa 150 Helfer in Passau im Einsatz waren, sei die Feuerwehr mittlerweile abgerückt. Aktuell sei nur noch die Deichwache vor Ort, um mögliche Anwohnerfragen zu beantworten und im Fall der Fälle zu reagieren.

Auch andere Pegel steigen

Entscheidend für die Lage in Passau ist auch, wie sich die Flusspegel an Donau und Ilz flussaufwärts entwickeln. Dabei ist vor allem der Inn von Bedeutung: Am Pegel in Schärding wurden am frühen Sonntagabend 6,40 Meter gemessen, etwa 7,50 Meter werden nach Mitternacht erwartet. Auch in anderen Orten wie Neuhaus am Inn beobachtet man mit Sorge den steigenden Innpegel. Dagegen fallen die erwarteten Anstiege entlang der Donau deutlich gemäßigter aus. In Vilshofen zum Beispiel wurden 4,37 Meter gemessen, das Maximum wird für Dienstag mit knapp fünf Metern erwartet.

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Ein Hochwasser in diesem Ausmaß käme einmal im Jahr vor, so Stadtbrandrat Dittlmann.

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In der Altstadt sind sämtliche Eingänge mit Sandsäcken verbaut.

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Laut Prognosen werden die ufernahen Wege bis zum Scheitel am Montagvormittag überschwemmt werden.

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In der Passauer Altstadt werden Sandsäcke verteilt

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Die Donau hat das Ufer bereits teilweise überschwemmt

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Der Schaiblingsturm - vom Inn umspült

© Michael Ziegelmeir

In der Passauer Bräugasse sind Häuser mit Sandsäcken geschützt.

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