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Hochwasser in Mittelsinn - Wasserwirtschaftsamt hatte gewarnt | BR24

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Bildrechte: Thomas Herr

Wegen des Regens ist der Pegel an der Sinn im Landkreis Main-Spessart wieder angestiegen, allerdings nicht so hoch wie am vergangenen Wochenende. Da lag er bei fast vier Metern und hatte eine Stützmauer zwischen zwei Wohnhäusern weggerissen.

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Hochwasser in Mittelsinn - Wasserwirtschaftsamt hatte gewarnt

Nach dem Einsturz einer Stützmauer eines Zwischenbaus von zwei Wohnhäusern in Mittelsinn im Landkreis Main-Spessart darf das Gebäude erst einmal nicht betreten werden. Das Wasserwirtschaftsamt hatte vor dem Hochwasser vor möglichen Schäden gewarnt.

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Von
  • Sylvia Schubart-Arand

Durch die anhaltenden Regenfälle ist der Pegel Mittelsinn an der Sinn bis spät in der Nacht erneut gestiegen. Bis Mitternacht erreichte es allerdings nicht den Höchststand von Samstagnacht mit 3,92 Meter. Damals riss das Hochwasser die Stützmauer eines Nebengebäudes zwischen zwei Wohnhäusern weg. Bauliche Maßnahmen, insbesondere am Mühlkanal, könnten die Ursache für einen erhöhten Wasser-Durchfluss dort sein. Diese hätten die Besitzer einer ehemaligen Mühle in der Nachbarschaft im Vorgriff auf eine beantragte Genehmigung teilweise umgesetzt, teilte das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg auf Anfrage mit. Die Wasserkraftanlage sollte wieder in Betrieb genommen werden.

Hinweis vom Wasserwirtschaftsamt

Ein Gutachter des Wasserwirtschaftsamts hatte im Genehmigungsverfahren von 2012 auf mögliche nachteilige Folgen für Gebäude, Mauern, Fundamente des jetzt Geschädigten hingewiesen. Auch dieser hatte seine Bedenken vorgetragen. Dann wurde das öffentlich-rechtliche Verfahren für die Wiederinbetriebnahme eingestellt, weil der Mühlenpächter verstarb. Bei einem Vororttermin stellte sich jedoch heraus, dass die Mühlen-Eigentümer die baulichen Veränderungen vorgenommen hatte, so Amtsleiter Herbert Walter vom Wasserwirtschaftsamt.

Aufforderung zum Schutz der Geschädigten

Daraufhin habe das Landratsamt die Mühlenbesitzer aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der am Mühlkanal gelegenen Anwesens des Geschädigten durchzuführen. Zum Umfang der ausgeführten Arbeiten würden dem Wasserwirtschaftsamt keine Informationen vorliegen. Das Landratsamt hat sich bislang auf BR-Anfrage noch keine Stellungnahme abgegeben.

Großer Schaden für Familie

Nach dem Einsturz der Stützmauer darf das Gebäude erst einmal nicht betreten werden. Dort ist ein Tattoo-Studio untergebracht, das derzeit wegen der Corona-Maßnahmen sowieso geschlossen sein muss. Bürgermeister Peter Paul spricht von einem Schaden größeren Ausmaßes, der schwer für die betroffene Familie zu schultern sein wird. Die Gemeinde und auch der Hausbesitzer waren mit Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und dem Landratsamt bereits vor dem Unglück in Kontakt.

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