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Bildrechte: picture alliance/dpa | Felix Hörhager

Heftiger Regen hat im Süden Bayerns Überschwemmungen verursacht. Hänge sind abgerutscht, Häuser zerstört, Straßen waren überflutet. Die Schäden dürften in die Milliarden gehen. Bund und Staatsregierung versprechen Hochwasseropfern Unterstützung.

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Hochwasser in Bayern: Wer zahlt für den Wiederaufbau?

Heftiger Regen hat im Süden Bayerns Überschwemmungen verursacht. Hänge sind abgerutscht, Häuser zerstört, Straßen waren überflutet. Die Schäden dürften in die Milliarden gehen. Bund und Staatsregierung versprechen Hochwasseropfern Unterstützung.

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Von
  • Lisa Weiß

Der Klimawandel zeigt seine Auswirkungen: Sogenannte Extremwetterlagen werden häufiger. Und so hatte auch Bayern in den letzten Jahren oft mit Hochwasser zu kämpfen. Ein Beispiel: Die Flutkatastrophe in Niederbayern im Jahr 2016. Damals rauschte eine meterhohe Flutwelle durch Simbach am Inn, Autos wurden weggeschwemmt, Häuser liefen voll. Mehr als 5.000 Haushalte waren von der Flut betroffen, es entstand ein Sachschaden von rund 1,25 Milliarden Euro.

Seit 2019 sollen sich die Bürger selbst versichern

Die Hochwasser-Opfer konnten damals mit Soforthilfen vom Freistaat rechnen, wie eigentlich immer bei größeren Überschwemmungen. Das ist seit Anfang 2019 vorbei. Soforthilfe gibt es grundsätzlich nicht mehr, wenn jemand die Möglichkeit hatte, sein Haus gegen Hochwasserschäden zu versichern, aber das nicht getan hat. Das Ziel: Die Bürger sollten dazu gebracht werden, selbst vorzusorgen und Elementarschadenversicherungen abzuschließen.

Hilfe für Härtefälle

Wer Gefahr läuft, seine Existenz durch die Überschwemmungen zu verlieren, kann aber Zuschüsse aus einem so genannten Härtefonds beantragen, heißt es aus dem bayerischen Finanzministerium. Ansonsten sind steuerliche Erleichterungen für Hochwasser-Opfer möglich. Ein Beispiel dafür: Sonderabschreibungen. Städte und Gemeinden wiederum können auch Förderung bekommen, Details regelt das Bayerische Finanzausgleichsgesetz.

Söder: "Wir brauchen schnelle Hilfe"

Im aktuellen Fall hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch weitere Hilfen in Aussicht gestellt. Neben dem Wiederaufbau der Infrastruktur brauche es auch Ersatz für persönliches Hab und Gut, sagte er. Den Menschen, die auf einen Schlag alles verloren haben, müsse schnell geholfen werden, so Söder bei einem Besuch in der Hochwasserregion. Betroffen sei nicht nur das Berchtesgadener Land, sondern auch Mittelfranken. Dort hatte es einige Tage zuvor Überschwemmungen besonders an der Aisch und an der Zenn gegeben. Das bayerische Kabinett soll am kommenden Dienstag darüber beraten.

Scholz: Werden Gemeinden und Länder nicht alleine lassen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der ebenfalls vor Ort im Berchtesgadener Land war, versprach noch einmal, der Bund werde eine schnelle und unbürokratische Soforthilfe für alle vom Hochwasser betroffenen Regionen auf den Weg bringen. Details sollen am kommenden Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden. Außerdem wolle man ein Aufbauprogramm für Infrastruktur und Häuser auflegen. Steuererleichterungen für Hochwasseropfer können ebenfalls sofort in Kraft gesetzt werden, wenn die bayerische Staatsregierung darüber konkret mit dem Bund spreche, so Scholz.

Hilfe von der Caritas

Und auch kirchliche Organisationen wie die Caritas, wollen helfen: Der Verband der Erzdiözese München und Freising zum Beispiel stellt 100.000 Euro Soforthilfe für Hochwassergeschädigte in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Traunstein zur Verfügung – vor allem für die ohne Absicherung.

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