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Das BR24 Rundschau Magazin zum Hochwasser in Bayern

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Hochwasser in Bayern: Regen lässt nach, Fluss-Pegel steigen noch

Für den schwer vom Unwetter getroffenen Alpenrand gibt es inzwischen leichte Entwarnung. Aber das abfließende Wasser lasse nun die Pegel von Isar, Inn, Loisach und der Donau bei Passau ansteigen, so BR-Wetterexperte Sachweh.

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Von
  • Patrizia Kramliczek
  • BR24 Redaktion

"Die Berchtesgadener haben auf jeden Fall das Schlimmste hinter sich", sagte BR-Wetterexperte Michael Sachweh heute in der BR24 Rundschau. Für das Berchtesgadener Land, das von Unwettern in Bayern am stärksten betroffene Gebiet, hat der Meteorologe die gute Nachricht: Die Regenfälle lassen rasch nach. Das gelte auch für die oberbayerischen Alpen und das Allgäu.

Der Regen, der dort jetzt noch komme, werde die Wasserstände nicht mehr weiter erhöhen. Aber Sachweh empfiehlt, einen Sicherheitsabstand zu steilen Hängen zu halten. Denn der Boden sei mit Wasser durchtränkt. Muren könnten sich lösen.

Steigende Flusspegel in München, Wasserburg und Passau

Die riesen Wassermassen, die niedergegangen sind, folgen jetzt der Schwerkraft. Wie Sachweh weiter erklärte, füllen sie nun allmählich die größeren Flüsse. "Die Isar wird ansteigen. Morgen in München wird Meldestufe zwei überschritten", so der Wetter-Experte. In Wasserburg am Inn werde heute Nacht schon Meldestufe drei erreicht, ebenso an der Loisach.

"Und morgen ist der Höhepunkt des Hochwassers dann rund um Passau an der unteren Donau", so Sachweh. Ob Meldestufe vier dort erreicht werde, sei aber fraglich. Auf jeden Fall werde es "ein veritables Hochwasser". Eine katastrophale Situation erwartet Sachweh aber nicht. Passau habe jahrzehntelange Erfahrung in der Bewältigung von Hochwassern.

Unwetterpause: Hochwasser kann ablaufen

Die Folgen der Unwetter von diesem Wochenende sind noch nicht vorbei. Aber die Unwetter legen zumindest eine Pause ein - die nächsten drohen laut Sachweh erst kommenden Sonntag. "Zum Glück bleibt genug Zeit, dass das Hochwasser ablaufen kann", so der Wetterexperte. Die ganze Woche werde insgesamt weitgehend trocken werden.

Die Unwetter hätten auch gezeigt, dass die Prognosemodelle der Meteorologen inzwischen ziemlich gut seien. Wenngleich die Prognosen für Bergregionen schwierig seien - denn jeder Hang und jedes Tal habe seine eigene "Wetterküche".

Lage entspannt sich

In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein gehen die Pegelstände der Flüsse und Bäche nach und nach zurück. Die ersten Aufräumarbeiten haben bereits begonnen. Allerdings werden sie zum Teil viele Wochen dauern. Denn es müssen auch einige weggebrochene Straßen und Wege erst wieder instandgesetzt werden. Kitas und Schulen bleiben in den fünf Kommunen entlang der Ache am Montag geschlossen. Der Schaden, der durch den massiven Starkregen in Traunstein und im Berchtesgadener Land entstanden ist, muss erst noch geschätzt werden.

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Nach Aussagen des Meteorologen Michael Sachweh regnet es in den Hochwasserregionen an den Alpen noch vereinzelt. Die Pegel gehen aber zurück. An steilen Hängen drohen laut Sachweh aber noch Murenabgänge.

💡 Was bedeuten die Hochwasser-Meldestufen in Bayern?

Meldestufe 1: Stellenweise kleinere Ausuferungen.

Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.

Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.

Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.

Quelle: Hochwassernachrichtendienst Bayern

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