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© Susanne Günther/BR-Mainfranken
Bildrechte: BRK Wasserwacht

Nordrhein-Westfalen ist massiv von den Auswirkungen des Unwetters betroffen. Es kommt weiterhin zu zahlreichen Überflutungen und Evakuierungen. Deshalb unterstützt ein Einsatzteam aus Unterfranken.

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Hochwasser in NRW: Helfer aus Unterfranken zurück vom Einsatz

Nordrhein-Westfalen ist massiv von den Auswirkungen des Unwetters betroffen. Um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen, war ein Wasserrettungszug aus Unterfranken in NRW im Einsatz. Inzwischen sind die Rettungskräfte wieder zurückgekehrt.

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Von
  • Alisa Wienand
  • Norbert Steiche

Nach einem Hilfeersuchen aus Nordrhein-Westfalen ist ein Katastrophenschutz-Wasserrettungszug des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Unterfranken am Donnerstagabend nach Mönchengladbach aufgebrochen. Insgesamt haben sich 34 Rettungskräfte aus Unterfranken mit sieben Fahrzeugen und fünf Rettungsbooten auf den Weg gemacht, um die Einsatzkräfte vor Ort bei dem dramatischen Hochwasser zu unterstützen. Mit dabei waren Rettungstaucher, Bootsführer und Notfallsanitäter. Der Wasserrettungszug ist mittlerweile wieder in Unterfranken angekommen.

Einsatzkräfte aus Unterfranken in Erftstadt im Einsatz

Die Rettungskräfte der BRK-Wasserwacht Unterfranken waren auf einer völlig überfluteten Bundesstraße bei Erftstadt im Einsatz. Dort haben sie einzelne Fahrzeuge nach Personen durchsucht – darunter insbesondere Lkws, die aus dem Wasser herausragten. Mithilfe von Sonar haben die Einsatzkräfte etliche weitere Fahrzeuge unter Wasser geortet. "Falls sich darin noch Menschen befinden, ist leider nicht mit Überlebenden zu rechnen", heißt es vom BRK. Die starke Verschmutzung des Wassers, unter anderem durch ausgetretenes Öl, habe eine erhebliche Gefährdung für die Taucher dargestellt. Deshalb habe sich der Einsatzleiter gegen einen Taucheinsatz entschieden.

BRK: Mentale Belastung, aber wichtige Hilfe

Der Wasserrettungszug aus Unterfranken hat sich am Donnerstagabend auf den Weg nach Mönchengladbach gemacht. Von dort aus sind die Einsatzkräfte über die Lage vor Ort informiert worden und haben Einsatzaufträge erhalten. "Das BRK stellt sich auf Einsätze ein, die in dieser Dramatik für viele neu sein werden", sagte der Pressesprecher des BRK Sohrab Taheri-Sohi gegenüber BR24, bevor die Einsatzkräfte aufgebrochen sind. Man rechne mit einer sehr hohen mentalen Belastung für die Einsatzkräfte. Trotzdem habe man die Hoffnung, wichtige Hilfe leisten zu können.

Der Wasserrettungszug ist aus verschiedenen Kreisverbänden zusammengesetzt worden, um das BRK in Unterfranken nicht zu schwächen. Laut BRK hatte das Bayerische Innenministerium noch einen zweiten Katastrophenschutz-Wasserrettungszug aus Oberbayern mit rund 30 Einsatzkräften angefordert.

Luft- und Satellitenbilder vom Krisengebiet werden erstellt

Auch die Integrierte Leitstelle (ILS) in Schweinfurt nimmt bei der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine wichtige Rolle ein: Über die ILS werden Luft- oder auch Satellitenbilder des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) aus Oberpfaffenhofen an die Einsatzleitstellen im Katastrophengebiet weitergeleitet. Das teilte Harald Erhard, der Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes für Unterfranken, mit.

Bereits am Donnerstag lieferte ein Flugzeug mit einer Spezialkamera Bilder aus dem überschwemmten Katastrophengebiet. Die Bilder wurden bereits gezielt über die ILS Schweinfurt an die Behörden und Organisationen im Krisengebiet weitergeleitet.

Spezialflugzeug wird starten und Bilder liefern

Am Freitag soll laut Erhard vom Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bei München das zweimotorige DLR-Spezialflugzeug vom Typ Do 228 mit dem Ziel des betroffenen Ahrtals starten und anschließend mit den erstellten Bildern wieder in Oberpfaffenhofen landen. Danach werden die entsprechenden Bilder erstellt und über die ILS Schweinfurter weitergeleitet.

Das DLR hat ein Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation. Dort werden Erdbeobachtungsdaten wie Satelliten-, Luftbilder und andere Geodaten beschafft, analysiert und daraus aktuelle Lageinformation erstellt. Die krisenrelevanten Informationen werden in Form von Karten, Geo-pdf, web-Diensten oder als Textdossiers herausgegeben.

Übung bei simuliertem Waldbrand gehabt

Erst im Mai fand eine gemeinsame Übung zwischen der ILS Schweinfurt des Bayerischen Roten Kreuz und dem Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation anhand eines simulierten Waldbrands statt. Nach dem Tornado über Tschechien am 24. Juni 2021 lieferte das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation bereits wichtige Bilder aus der Luft für die Einsatzkräfte vor Ort.

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