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Hochschulpolitik: FDP fordert Chancengleichheit für Frauen | BR24

© picture alliance/Federico Gambarini/dpa

Studentinnen bei einer Abschlussprüfung

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    Hochschulpolitik: FDP fordert Chancengleichheit für Frauen

    An Bayerns Hochschulen waren vergangenes Jahr laut Staatsregierung etwa ein Fünftel der Professoren weiblich. Zu wenig, kritisiert die Landtags-FDP. Die Abgeordneten haben neun Anträge für mehr Chancengleichheit erarbeitet – ein Problem aber bleibt.

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    Wenn Bayerns Universitäten die klügsten Köpfe gewinnen wollen, müsse es möglich sein, Familie, Forschung und Lehre besser unter einen Hut zu bringen. Das findet der frühere Wissenschaftsminister und heutige wissenschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Heubisch. Er bemängelt: Je weiter es in der Hochschschulhierarchie nach oben gehe, desto niedriger sei der Anteil der Frauen.

    Umzugsservice und Teilzeit-Professuren

    Heubisch fordert deshalb unter anderem mehr Coaching-Angebote, gezielte Mentorenprogramme, bessere Kinderbetreuung, einen Umzugsservice für Familien von Wissenschaftlerinnen und mehr Möglichkeiten für Teilzeit-Professuren.

    "Wissenschaft und die Ergebnisse in der Wissenschaft sind unsere Zukunft. Wir müssen das Thema Gleichstellung endlich auch in Bayern intensiv angehen." Wolfgang Heubisch, FDP

    Kaskadenmodell wie in Nordrhein-Westfalen

    Zudem plädiert die FDP für ein Kaskadenmodell: Das bedeutet, dass der Anteil der Frauen auf einer bestimmten wissenschaftlichen Karrierestufe den Zielwert für die nächsthöhere Karrierestufe darstellt. Sind beispielsweise 30 Prozent der Professoren weiblich, aber nur 20 Prozent der Dekane, so wäre das Ziel, den Anteil der Dekaninnen auf 30 Prozent zu steigern. Eine solche Zielvereinbarung solle das Wissenschaftsministerium für Neuberufungen einführen, so FDP-Politiker Heubisch, der dieses Modell aber nicht als Quote verstanden wissen will.

    Kulturwandel nicht per Gesetz möglich

    Die Anträge sollen bereits übermorgen erstmals im Wissenschaftsausschuss des Landtags beraten werden. Die FDP rechnet dabei zwar nicht mit direkter Unterstützung durch die Regierungsfraktionen. Sie hofft aber auf einen allmählichen Kulturwandel hin zu mehr Gleichstellung an den Hochschulen.

    Julika Sandt: Viele familiäre Pflichten immer bei den Frauen

    Und Julika Sandt, frauenpolitische Sprecherin der Liberalen im Landtag, ergänzt, dass sich ein Umstand auch per Gesetz nicht ändern lasse: Dass viele familiäre Verpflichtungen immer noch bei den Frauen hängen blieben, etwa die Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen.

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