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© Abendschau – Der Süde
Bildrechte: BR / Oliver Römhild

Immer weniger Schulabgänger wählen Naturwissenschaften als Studienfach - der Wirtschaft fehlen gut ausgebildete Fachleute. Um der Jugend die Scheu vor Technik und Mathematik zu nehmen, gibt es seit ein paar Jahren die Initiative MINT.

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Hochschulen werben in Schulen für Naturwissenschaften

Immer weniger Schulabgänger wählen klassische Naturwissenschaften als Studiengänge. Die Hochschulen gehen deshalb inzwischen oft an Schulen und versuchen, mit Experimenten das Interesse für Physik, Chemie und Mathematik zu wecken.

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Von
  • Oliver Römhild

Die Mädchen einer 5. Klasse sind voll bei der Sache: Lachend reiben sie ihre Plastikstifte fest an ihren Köpfen. Und dann, große Überraschung, zieht der Stift eine kleine Styropor-Flocke auf ihrer Schulbank magisch an. Fast wie ein Magnet. Ein kleines Experiment zur Einführung in die Physik. Mitgebracht hat es Professor Thomas Eimüller, Physiker der Hochschule in Kempten. Er erklärt den Mädchen, warum der Plastikstift auf einmal andere Dinge anzieht: "Wenn man einen Stift an den Haaren reibt, springen Elektronen von den Haaren auf den Stift über. Der Stift hat dann Elektronenüberschuss und ist negativ aufgeladen. Mit dieser Aufladung kann er dann andere leichte Gegenstände wie eine Styroporflocke anziehen." Gar nicht so schwer zu verstehen, finden die Mädchen. Schon steht die Tür zur Welt der Physik ein Stück offen.

MINT-Initiative will Hemmschwelle senken

Professor Thomas Eimüller hat noch mehr Experimente an die Mädchenrealschule Maria Stern in Immenstadt mitgebracht. Sein Gastunterricht ist Teil der sogenannten MINT-Initiative. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Fächer, die bei vielen Schülerinnen und Schülern nicht sehr beliebt sind. Das liege oft daran, sagt Prof. Eimüller, dass sich die Kinder zu wenig in Naturwissenschaften zutrauen. "Wir wollen einfach die Hemmschwelle, die gerade oft auch Mädchen haben, über MINT abbauen. Wir wollen zeigen, dass Physik und Naturwissenschaften faszinierende Dinge sind. Der Spaß soll hier im Vordergrund stehen und die Hemmung abbauen, später vielleicht auch mal ein technisches Studium und einen technischen Beruf zu ergreifen", sagt Eimüller.

Wirtschaft sucht Fachkräfte aus den Naturwissenschaften

MINT ist eine gemeinsame Initiative der Schulen und der Wirtschaft. Langfristig soll sie helfen für den Arbeitsmarkt genügend qualifizierte Fachkräfte auszubilden. Die Mädchenrealschule Maria Stern in Immenstadt nimmt seit sechs Jahre am MINT-Programm teil. "Wir hoffen, dass dadurch unsere Schülerinnen auf Naturwissenschaften aufmerksam werden und sich dann auch in solche Berufe trauen. Das wäre unser Wunsch", sagt Mathematiklehrerin Harriet Unzeitig.

Schüler bauen in MINT-Stunde kleinen Elektromotor

Die Mädchen experimentieren in der Doppelstunde noch mit LED-Lämpchen, schalten ihren ersten kleinen Stromkreis und bauen einen simplen Elektromotor aus einer Batterie, einem Draht und einer Magnetkugel zusammen. Alle bleiben voll bei der Sache, von Langeweile keine Spur. Es habe sehr viel Spaß gemacht, sagen die Mädchen am Ende der MINT-Experimente und dass sie verschiedene Dinge endlich mal verstanden hätten. Vielleicht ist in Immenstadt gerade der Grundstein für die Karriere der einen oder anderen Wissenschaftlerin gelegt worden.

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