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Hochhaus-Streit: Verhandlung wegen Platzmangel verschoben | BR24

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Hochhaus-Fassade in Nürnberg-Neuselsbrunn

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    Hochhaus-Streit: Verhandlung wegen Platzmangel verschoben

    Der Streit um den Abriss der Fassaden von fünf Hochhäusern in Nürnberg-Neuselsbrunn sollte morgen erneut vor Gericht verhandelt werden. Doch daraus wird nichts. Zu viele Betroffene wollten die Verhandlung am Amtsgericht Nürnberg verfolgen.

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    Grund für die Verschiebung des Termins ist laut Gerichtssprecher Friedrich Weitner, "dass sich am gestrigen späten Nachmittag herausgestellt hat, dass anders als üblich mehrere Hundert Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft an dem Termin zur mündlichen Verhandlung teilnehmen wollen".

    Justiz will größeren Raum anmieten

    Im Nürnberger Justizgebäude sei im größten Saal lediglich Platz für maximal 200 Personen. Um allen Beteiligten die Teilnahme an der Verhandlung zu ermöglichen, wird die Justiz daher an geeigneter Stelle Räumlichkeiten anmieten, so Weitner. Die Suche werde sofort aufgenommen. Der neue Termin soll in Abstimmung mit den Rechtsanwälten so zeitnah wie möglich bestimmt werden.

    Eigentümer: Abriss der Fassaden überstürzt und unnötig

    In der juristischen Auseinandersetzung klagen mehrere Wohnungseigentümer gegen die übrigen Mitglieder der Eigentümergemeinschaft von fünf Wohnhäusern in Nürnberg-Neuselsbrunn, um einen gemeinsamen Beschluss zu kippen. Im vergangenen Jahr hatte sich eine Mehrheit der Eigentümer darauf geeinigt, der Hausverwaltung Vonovia Treuhand Immobilien (VIT) nachträglich die Finanzierung von Brandschutz-Maßnahmen zu genehmigen. Dazu gehörten beispielsweise der Abriss der Fassade und Dämmung. Diese Zustimmung wollen die Kläger nun rückgängig machen, denn sie halten den Abriss für überstürzt, gar unnötig. Zudem zweifeln sie an, dass die VIT damals überhaupt ordnungsgemäß als Verwaltung bestellt war.

    Neue Hausverwaltung bestellt

    Bereits in der Vergangenheit waren die Eigentümer vor Gericht erfolgreich: Aufgrund einer einstweiligen Verfügung konnten die Eigentümer die VIT als Hausverwaltung absetzen und eine neue Hausverwaltung bestellen.

    Den Winter über im Rohbau gewohnt

    Im vergangenen Oktober war bekannt geworden, dass in der Dämmung der fünf Hochhäuser brennbares Material steckt. Die Stadt Nürnberg ließ daraufhin die Fassade in kürzester Zeit entfernen. 600 Bewohner der Hochhäuser mussten praktisch im Rohbau den Winter überstehen. Viele klagten über nasse Wände und Schimmel. Zudem kostet die Sanierung der Hochhäuser Millionen.