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Hobby-Archäologe findet Spangenbarren aus der Bronzezeit | BR24

© BR/Alexander Brutscher

Sparrenbarren

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Hobby-Archäologe findet Spangenbarren aus der Bronzezeit

Franz Huber aus dem Landkreis Ebersberg hat vor einigen Wochen eine seltene Entdeckung gemacht: Er hat Spangenbarren aus der Bronzezeit gefunden. Danach hat er sich direkt beim Landesamt für Denkmalpflege gemeldet. Sein Fund wird nun untersucht.

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Sondengänger Franz Huber hat vor einigen Wochen auf einem Feld in Aßling Spangenbarren aus der Bronzezeit gefunden. Das sind sichelförmige Metallbögen, jeder rund 20 Zentimeter lang, mindestens 33 davon, aus Kupfer, wohl mehr als dreitausend Jahre alt. Damals womöglich eine Art Währung.

Der wissenschaftliche Wert könnte groß sein, sehr viel Geld wird der Fund allerdings wohl nicht einbringen. Trotzdem hat Franz Huber damals eine schlaflose Nacht verbracht – und zwar nicht daheim, sondern im Feldbett an Ort und Stelle. Er wollte seinen Schatz vor anderen Sondengängern bewachen.

"So ein Fund ist der Traum eines jeden Sondengängers." Franz Huber

Anrufen statt Ausbuddeln

Am nächsten Tag hat Huber dann direkt beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege angerufen. Das hat dann Archäologen beauftragt, die einen großen Block aus der Erde geschnitten haben. Der liegt jetzt im Landesamt in München und wird untersucht. Das ist nur möglich, weil Huber den Fund nicht mit Spaten und Spitzhacke aus der Erde geholt hat. Denn wenn archäologische Funde unsachgemäß ausgebuddelt werden, geht laut Denkmalpflegern der historische Zusammenhang verloren: Warum wurde der Gegenstand abgelegt? Wieso genau dort? Wann? Was liegt da noch? Noch schlimmer für Jochen Haberstroh vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege: Wenn Bodendenkmäler gezielt geplündert werden.

"Den Schaden hat die ganze Gesellschaft, weil alles, was an zusätzlichen Informationen da ist, dauerhaft verloren ist." Jochen Haberstroh, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Bayerischer Sonderweg

Was die Eigentumsregelung angeht, haben Hobby-Archäologen in keinem anderen Bundesland so viel Spielraum wie in Bayern. Denn im Freistaat steht dem Entdecker automatisch die Hälfte des Fundwertes zu, die andere dem Grundstückseigentümer – 50/50 – zumindest wenn der Grundstücksbesitzer von seinem Glück etwas mitbekommt, das sei regelmäßig nämlich nicht der Fall. In den anderen Bundesländern gibt es stattdessen ein sogenanntes "Schatzregal". Das ist ein juristischer Passus, der besagt, dass herrenlose Funde, die einen wissenschaftlichen Wert haben, automatisch dem Land gehören. Deshalb kommt es laut Denkmalpflegern auch vor, dass Funde aus anderen Bundesländern einfach als "bayerisch" ausgegeben werden, weil Schatzsuchern so auf jeden Fall die Hälfte des Wertes bleibt. Das Bayerische Wissenschaftsministerium ist sich der fehlenden Regelung zum Schatzregal und der daraus entstehenden Probleme bewusst. Es will daher einen Vorschlag erarbeiten, der in erster Linie die Grundstückseigentümer, aber auch die Finder berücksichtigt.

Schatzsucherparadies mit Regeln

In Bayern darf man nicht einfach so überall drauflos suchen oder graben: Man braucht die Erlaubnis des Grundstückseigentümers und die Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde, wenn man in Bereichen suchen will, in denen sich Bodendenkmäler befinden oder vermutet werden. Findet man etwas, muss man den Spaten einpacken und den Fund der Behörde melden.

© BR

Bayern - ein Paradies für Schatzsucher?