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Hitzige Debatte über Flutpolder in Gremheim | BR24

© BR/Judith Zacher

Fast dreieinhalb Stunden haben gut 100 Landwirte und Grundstückseigentümer aus Gremheim und Umgebung mit dem Dillinger Landrat Leo Schrell am Abend über den Bau der umstrittenen Flutpolder diskutiert.

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Hitzige Debatte über Flutpolder in Gremheim

Emotionen, Fakten und Gerüchte - die im Landkreis Dillingen geplanten Donau-Flutpolder sorgten beim Bürgerdialog für intensive Diskussionen. Landwirte und Grundstückseigentümer konfrontierten den Dillinger Landrat mit ihren Sorgen und Ängsten.

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Fast dreieinhalb Stunden haben gut 100 Landwirte und Grundstückseigentümer aus Gremheim und Umgebung mit dem Dillinger Landrat Leo Schrell über den Bau der umstrittenen Flutpolder diskutiert. Schrell wurde dabei vom Leiter des Donauwörther Wasserwirtschaftsamts, Andreas Rimböck, unterstützt. Ihnen gelang es, immer wieder mit sachlichen Argumenten die aufgeladene und hitzige Atmosphäre zu beruhigen. Für den Fall, dass Flutpolder bei Hochwasser einen besseren Schutz bieten, müsse man auch über Flutpolder reden dürfen, so Schrell.

Ziel: Wenig Belastung, hohe Entschädigung für Landwirte

Dabei sollen die Grundeigentümer betroffener Flächen möglichst wenig belastet und so hoch wie möglich entschädigt werden. Gleichzeitig sollten vom Hochwasser betroffene Menschen sowie kritische Infrastruktur möglichst gut geschützt werden.

Flutpolder für extremes Hochwasser

Der Landrat appellierte an die Solidarität der Anwesenden. Im Landkreis wären Kläranlagen, Wasserwerke, Feuerwehren und andere kritische Infrastruktur bei einem extremen Hochwasser überschwemmt. Wenn dies der Fall sei, könne die Funktionalität des Landkreises nicht aufrechterhalten werden.

Landkreis Dillingen überproportional betroffen

Hubert Mayer, selbst betroffener Grundstückseigentümer und Landwirt sowie Vorsitzender der Bürgerinitiative vor Ort, steuerte die Diskussion und stellte neben den 20 von Bürgern vorab eingereichten Fragen auch zahlreiche eigene Thesen zur Diskussion. Hauptkritikpunkt sei, so Mayer, dass der Landkreis Dillingen mit zwei geplanten Poldern, darunter der - so Mayer - "größte Bayerns", überproportional betroffen sei.

Noch kein Polder fix beschlossen

Wasserwirtschaftsamtsleiter Andreas Rimböck betonte hingehen, dass noch nichts beschlossen sei. Erst Anfang 2020 beginne das Raumordnungsverfahren. Erst danach könne gesagt werden, ob, welche und in welcher Größe Polder gebaut würden. Zahlreiche Zuhörer forderten konkrete Zahlen, die aber gebe es noch nicht, so Rimböck. Immerhin sei für den schwäbischen Donauraum ein Schadenpotenzial im Wert von drei Milliarden Euro berechnet worden.

Landrat betont erzielte Erfolge

Ängste, Emotionen, Gerüchte, Halbwissen gemischt mit Fakten dominierten die Diskussion. Schrell betonte, wie weit man in den Verhandlungen mit dem Umweltministerium schon sei und was man schon geschafft habe. Statt anfangs drei Polder im stark besiedelten Norden gehe es nur noch um zwei auf landwirtschaftlichen Flächen im Süden, man habe durchgesetzt, dass ein Grundschutz auch schon bei kleineren als dem "HQ100", einem Jahrhundert-Hochwasser, für alle betroffenen Gemeinden ins Konzept eingearbeitet werde. Auch Ausgleichsflächen für den Deichbau würden in den Auwald statt auf landwirtschaftliche Flächen verlegt.