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Hitzewelle hält Bayern in Atem | BR24

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Heiß und trocken - selten ist der Wetterbericht so kurz und einfach wie dieser Tage. Zu Problemen führt es im Bahnverkehr und bei der Donau-Schifffahrt.

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Hitzewelle hält Bayern in Atem

Heiß und trocken - selten ist der Wetterbericht so kurz und einfach wie dieser Tage. Zu Problemen führt es im Bahnverkehr und bei der Donau-Schifffahrt.

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Selten ist der Wetterbericht so kurz und einfach wie dieser Tage. "Unter Hochdruckeinfluss ist es heiß und trocken", heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zur Wochenmitte für ganz Bayern. Auch an den kommenden Tagen werden Dank Hoch Yvonne Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet. Nur an den Alpen könnten Wölkchen etwas Schatten bringen. Am Donnerstag- und Freitagabend sind auch Gewitter möglich. Flächendeckender Regen ist mit Ausnahme lokaler Gewitter erstmal nicht in Sicht. Eine Herausforderung für Mensch und Natur.

Höchste Waldbrandgefahr in Franken

In weiten Teilen Bayerns steigt die Waldbrandgefahr rasant an, in Franken besteht aktuell sogar die höchste Gefahrenstufe. Die Regierungen von Ober- und Unterfranken haben deshalb für die vorbeugende Waldbrandbekämpfung ab sofort Luftbeobachtungen angeordnet. Verbunden mit dem Appell, in Waldgebieten äußerste Vorsicht walten zu lassen und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen.

Grillverbote beachten

Auch achtlos weggeworfene Flaschen und Zigaretten, ein scheinbar erloschenes Streichholz oder ein heißer Katalysator eines geparkten Autos können die ausgetrockneten Flächen rasch entzünden. Um die Waldbrandgefahr einzudämmen, können auch Grillverbote ausgesprochen werden. Im niederbayerischen Landshut etwa gibt es derzeit erneut ein Grillverbot für das Naherholungsgebiet Gretlmühle. Verstöße gegen das Verbot können mit einer Geldstrafe von bis zu 2.500 Euro geahndet werden.

UV-Belastung hoch

Neben der starken Wärmebelastung ist tagsüber laut Deutschem Wetterdienst auch mit ungewohnt hohen Werten des UV-Index zu rechnen. Die ultravioletten Strahlen (UV) des Sonnenlichts regen Pigmentzellen in der Oberhaut dazu an, braunen Farbstoff zu bilden. Das ist ein Schutzmechanismus. Gelangt zu viel Sonnenlicht auf die Haut, rötet sie sich, schwillt an, juckt und brennt. Wer also keinen Sonnenbrand will, sollte das Eincremen mit Sonnenschutzmitteln nicht vergessen. Und sich möglichst viel im Schatten aufhalten.

Verspätungen bei Bahn wegen Hitze

Die Hitze führte auch bei der Bahn zu Problemen: Auf der Strecke zwischen München und Ulm kam es bereits gestern zu erheblichen Verspätungen. Schuld war laut Bahn ein sogenannter Gleislagerfehler in Dinkelscherben. Das bedeutet, dass sich das Gleisbett wegen der Hitze so stark ausgedehnt hat, dass Züge auf einer Strecke von etwa 100 Metern zur Sicherheit nur noch mit einer Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern fahren durften.

Die Störung dauerte den ganzen Dienstag an, es kam teilweise auch zu Zugausfällen. Bahnfahrer mussten mit Verspätungen von bis zu 40 Minuten rechnen.

Auch heute kam es laut Bahn weiterhin zu Beeinträchtigungen, auf der Strecke Augsburg - Ulm hat sich die Verkehrslage mittlerweile aber wieder beruhigt. Nach Informationen der Bahn hat der Fernverkehr auf dieser Strecke keine Verspätungen mehr, beim Regionalverkehr sind noch einzelne Pendelzüge zwischen Dinkelscherben und Augsburg betroffen.

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Die Hundstage bringen extreme Temperaturen. In den kommenden Tagen könnte die 40-Grad-Marke geknackt werden.

Probleme bei Schifffahrt

Der Schifffahrt auf der Donau in Niederbayern drohen wegen der anhaltenden Hitze und sinkenden Pegeln voraussichtlich Ende der Woche große Einschränkungen. Vor allem Hotelschiffe könnten dann teilweise nicht mehr zwischen Straubing und Vilshofen fahren, weil der Wasserstand zu niedrig sein werde, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts in Regensburg. Güterschiffe dürfen dann nur noch einen Teil ihrer Ladung transportieren oder gar nicht mehr fahren. Am Mittwochmorgen hatte die Fahrrinne der Donau bei Bogen (Landkreis Straubing-Bogen) eine Tiefe von 1,83 Metern. "Tendenz fallend", sagte der Behördensprecher.

Gedränge auf dem Main

Entspannt ist die Lage dagegen am Main: Schiffsführer müssen sich hier laut Heinrich Schoppmann, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Schweinfurt, nicht auf Einschränkungen einstellen. Da der Main gestaut wird, würden überall gleichbleibende Tiefen herrschen. Für die Schiffe besteht also nicht die Gefahr, auf Grund zu laufen.

Mehr Kopfzerbrechen bereite Schoppmann die Tatsache, dass der Main - gerade bei den sommerlichen Temperaturen - von immer mehr Menschen genutzt werde: Von Kanufahrern, Schwimmern und Stand-Up-Paddlern. Das Gedränge auf dem Wasser bringe Binnenschifffahrer immer wieder in Bedrängnis, schon einige Male habe es brenzlige Situationen gegeben, warnt er.

Niedrige Wasserstände bedrohen Tiere und Pflanzen

In den fränkischen Landkreisen Lichtenfels und Bamberg dürfen die Menschen wegen der Trockenheit kein Wasser mehr aus Bächen und Flüssen entnehmen. Das teilten die jeweiligen Landratsämter mit. Das derzeitige Niedrigwasser bedrohe Pflanzen und Tiere.

Zusätzliche Wasserentnahmen würden die Situation verschärfen, da beispielsweise für Fische zu wenig Wasser übrig bleibe, sagte ein Behördensprecher in Lichtenfels. Aus diesem Grund sei auch das Paddeln auf dem Main bei Niedrigwasser verboten. Die Paddel würden dann zu tief eintauchen, den Boden aufwühlen und Schäden anrichten.

Hitzewelle ist Herausforderung für Feuerwehr

Die hohen Temperaturen lösen immer wieder Brände aus, unter anderem bei landwirtschaftlichen Maschinen. Am Dienstag ging ein Mähdrescher in der Nähe von Kitzingen in Flammen auf. Die Hitze macht die Löscharbeiten für die Feuerwehrleute extrem schwierig und anstrengend. Trotzdem hat die Berufsfeuerwehr Würzburg angesichts der Hitzewelle keine besonderen Vorkehrungen getroffen. "Wir arbeiten mit der normalen Personaldecke und fordern, wenn nötig, Verstärkung bei den Freiwilligen Feuerwehren an", sagte Karl Vornberger, Sachgebietsleiter Einsatzorganisation, dem Bayerischen Rundfunk.

Was die Mitarbeiter jedoch belaste, sei die recht dicke und damit warme Schutzkleidung. "Wenn sie keine Brände bekämpfen, ordnet der Einsatzleiter deshalb im Regelfall Marscherleichterung an", so Vornberger. Beim Löschen würden die Kollegen so bald wie möglich ausgetauscht, um eine noch höhere Belastung zu verhindern.

Wird morgen der Hitzerekord geknackt?

Für Mainfranken sind am Donnerstag Temperaturen von bis zu 39 Grad vorausgesagt. Da dürfte es spannend werden, ob in Kitzingen die Rekordmarke von 40,3 Grad geknackt wird. Der Wert wurde im Sommer 2015 gleich zweimal gemessen und machte Kitzingen als heißeste Stadt Deutschlands bundesweit bekannt.

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Wir haben uns in München mal umgehört, wie die Menschen der Hitze trotzen.