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Hitler-Attentat im Münchner Bürgerbräukeller vor 80 Jahren | BR24

© BR/Kilian Geiser

80 Jahre nach einem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler ist in Hermaringen ein Denkmal für Georg Elser eingeweiht worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte ihn als herausragenden Vertreter des Widerstands gegen die Nazi-Diktatur.

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Hitler-Attentat im Münchner Bürgerbräukeller vor 80 Jahren

Am 8. November 1939 zündet Georg Elser in München eine Bombe, die den Lauf der Weltgeschichte hätte verändern können. Doch Adolf Hitler verlässt den Bürgerbräukeller früher, es sterben andere. Elser wird festgenommen, gefoltert und später erschossen.

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Georg Elser wollte am 8. November 1939 Diktator Adolf Hitler im Münchener Bürgerbräukeller mit einer Bombe töten.

Hitler geht früher - der Anschlag scheitert

Elser hatte bei einer Veranstaltung mit Hitler im Bürgerbräukeller in München eine Bombe gezündet. Der NS-Diktator überlebte den Anschlag, weil er kurz vor der Detonation den Saal verlassen hatte. "Dass der Plan scheiterte, Adolf Hitler aufzuhalten, war ein Unglück", sagte Bundespräsident Steinmeier anlässlich der Einweihung des Georg-Elser-Denkmals an dessen Geburtsort im schwäbischen Hermaringen am vergangenen Montag.

Hätte Elser kurz nach Beginn des Krieges Hitler und weitere Nazi-Spitzen getötet, hätte er mit hoher Wahrscheinlichkeit das erreicht, was er beabsichtigte: "Er wollte diesen Krieg und das Unrecht des nationalsozialistischen Regimes beenden."

Geständnis unter Folter - Elser kommt ins KZ

Nach dem gescheiterten Attentat wurde Elser auf der Flucht in die Schweiz gefasst. Der Schreiner aus Hermaringen in Württemberg wird verhört, gefoltert und - nach einem Geständnis - für einen nach dem Krieg hätte stattfinden sollenden Schauprozess als Sonderhäftling im Konzentrationslager Sachsenhausen gefangen gehalten. Als im April 1945 die Kriegsniederlage unausweichlich und der von der Nazi-Elite erwünschte Prozess unmöglich scheint, wird er am 9. April im KZ Dachau erschossen. Er wurde am selben Tag ermordet wie Dietrich Bonhoeffer.

Orte des Gedenkens in München

In München gibt es Orte des Gedenkens an den Widerstandskämpfer Georg Elser. Im April 2019 wurde an seinem einstigen Wohnhaus in der Türkenstraße ein sogenanntes Erinnerungszeichen angebracht: eine Tafel mit Elsers Geburts- und Todesdatum und mit einem Foto.

Etwas weiter südlich, ebenfalls an der Türkenstraße, gibt es den Georg-Elser-Platz. Dort ist an einer Hauswand eine kreisrunde Neoninstallation der Künstlerin Silke Wagner zu sehen. Jeden Tag, zum Zeitpunkt der Explosion, blinkt sie für eine Minute. Außerdem gibt es eine Gedenkplatte vor dem Gasteig, exakt an jenem Ort, an dem die Säule im Bürgerbräukeller stand, in der Elser seine Bombe mit Zeitzünder versteckt hatte.

Riesen-Graffiti zu Ehren Georg Elsers in München

Die auffälligste Erinnerung an Georg Elser ist aber wohl das fast 23 Meter hohe Graffiti, das 2017 von den Graffiti-Legenden Loomit und WonABC an die Fassade der Bayerstraße 69 in München gesprayt wurde.

© picture alliance/Alexander Heinl

Die Graffiti-Künstler Loomit und WonABC gestalteten 2017 eine Hausfassade in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs.