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Historische Mauer löst Rätsel von Manchinger Keltenstadt | BR24

© pa/dpa/Frank Mächler

Das Kelten- und Römermuseum, ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung, in Manching bei Ingolstadt.

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    Historische Mauer löst Rätsel von Manchinger Keltenstadt

    Das Landesamt für Denkmalpflege hat einen weiteren Keltenfund vorgestellt. In Manching sind mehrere Meter eine historischen Mauer entdeckt worden. An der Stelle sollten Bauarbeiten zum Hochwasserschutz stattfinden.

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    Im Vorfeld von Hochwasserschutzmaßnahmen sind in Manching mehrere Meter einer keltischen Mauer ausgegraben worden. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat nun den Fund der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Die Entdeckung gibt den Archäologen wichtige, neue Hinweise über die bedeutende Stadt, die die Kelten vor der Zeitenwende bei Manching erbaut und unterhalten haben. Bislang gab es noch etliche Fragezeichen.

    Rätsel um exakte Lage der Manchinger Keltenstadt gelöst

    Geklärt ist nun vor allem die exakte Lage der Befestigungsanlage im Nordwesten der Keltenstadt, so Stefanie Berg vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Hier stellten Felder und moderne Wohnbebauung die Archäologen vor ein Rätsel. Es fehlten jegliche Hinweise auf die keltische Befestigungsanlage, wie sie im Süden Manchings durch auffällige Erdanhäufung, den so genannten Keltenwall, existieren.

    Keltische Mauer war ein imposantes Bauwerk

    Erst durch die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen wurde nun die Keltenmauer auf der Nordseite des sogenannten Oppidums entdeckt. Wie im Süden ist sie auch im Norden ein imposantes Bauwerk ist: bis zu sechs Meter hoch und gut drei Meter breit. Die Mauer um die Manchinger Siedlung erbauten die Kelten rund 100 Jahre vor Christus.

    Noch originale Bausubstanz der Kelten

    Besonders wichtig für die Experten ist auch, dass die originale Bausubstanz erhalten geblieben ist. Woher die stark kalkhaltigen Steine, aus denen die Kelten die Mauer errichteten, stammten, ist jedoch noch nicht geklärt.

    Exakt wie bei Caesar

    Fest steht hingegen, dass die Manchinger Kelten-Mauer exakt der Bauweise einer "murus gallicus" entspricht, wie sie Julius Caesar ein halbes Jahrhundert vor der Zeitenwende bei seinem Krieg im heutigen Frankreich kennengelernt und in seinem Buch "De Bello Gallico" beschrieben hat.

    Wie in Caesars Werk erläutert, bauten auch die Kelten in Manching ihre Mauer aus übereinander gesetzten hölzernen Fachwerkkästen, die sie mit Steinen und Erdmaterial füllten.

    Mauer war breit genug für einen Spaziergang

    Auf der Seite, die der Siedlung zugewandt war, häuften die Kelten Erde zu einer Rampe, so dass die Bewohner auf die gut drei Meter breiten Rampe gelangen und dort spazieren gehen konnten.

    Als das Holz in der ursprünglichen Mauer morsch wurde, setzen die Kelten ein weiteres Bauwerk, eine sogenannte Pfostenschlitzmauer davor und stabilisierten so ihre Befestigungsanlage.

    Eine der wichtigsten Keltenstädte in Europa

    Die keltische Stadt in Manching zählt zu den bekanntesten und größten Bodendenkmälern Deutschlands. Sie ist eine der bedeutendsten keltischen Städte Mitteleuropas aus dem 3. und 2. Jh. v. Chr. Ihre Geschichte erzählt das kelten römer museum manching.

    Wiederaufbau im Museum

    Dorthin werden wohl auch die originalen Bausteine aus der nun freigelegten Keltenmauer gelangen. Weil die Ausgrabungen für den Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen demnächst wieder geschlossen werden, wird das Museum versuchen mit den Original-Steinen ein Stück Keltenmauer nachzubauen.

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