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Hinterglasmuseum in Schönbrunn am Lusen eröffnet | BR24

© BR/Katharina Häringer

Kunstminister Bernd Sibler eröffnete das Hinterglasmuseum am Lusen.

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Hinterglasmuseum in Schönbrunn am Lusen eröffnet

Mit der Hinterglasmalerei bewahre das Museum in Schönbrunn einen wichtigen Teil Bayerischer Kultur. Das sagte Kunstminister Sibler bei der Eröffnung. Die Kunstform ist mehr als 200 Jahre alt. Auch der "Blaue Reiter" ließ sich davon inspirieren.

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Kunstminister Bernd Sibler (CSU) hat heute das Hinterglasmuseum in Schönbrunn am Lusen eröffnet. Das Projekt zeuge von historischem Bewusstsein, Weitblick und Heimatverbundenheit, sagte Sibler bei der Eröffnung.

Museum mit multimedialem Angebot

Die Kunstform der Hinterglasmalerei sei ein wertvoller Bestandteil der bayerischen Kultur, sagte Sibler. Mit modernen Hörstationen und einem multimedialen Angebot könne das Museum auch junge Leute erreichen. Das Hinterglasmuseum ist laut dem bayerischen Wissenschaftsministerium Teil des interregionalen Projekts "Die Geschichte der Hinterglasmalerei" zwischen der tschechischen Gemeinde Kvilda und der bayerischen Gemeinde Hohenau (Lkr. Freyung-Grafenau). Ein 25 Kilometer langer Radweg verbindet die Museen. Fahrradfahrer können hier auf Infotafeln Geschichten zur Hinterglasmalerei im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet lesen.

"Der Blaue Reiter" ließ sich von Hinterglaskunst inspirieren

Das bayerische Museum setzt einen Schwerpunkt auf die Anfänge der Hinterglasmalerei im 18. Jahrhundert. Außerdem thematisiert die Ausstellung die Bedeutung der Kunstform für die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Hinterglasbilder werden Abzügen von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky gegenübergestellt. Offenbar ließ sich die Gruppe "Der Blaue Reiter" von den Motiven der Hinterglasmaler inspirieren. Schwerpunkt im tschechischen Museum in Kvilda ist die Technik der Hinterglasmalerei.

© BR/Katharina Häringer

St. Martin als Hinterglasmotiv

© BR/Katharina Häringer

Abzug eines Bildes von Gabriele Münter, die zum Kollektiv "Der Blaue Reiter" gehörte.

Erster Hinterglasmaler 1737 in Raimundsreut

Bei der Hinterglasmalerei wird das Bild auf der Rückseite seitenverkehrt und von vorne nach hinten gemalt. In Raimundsreut lebte um 1737 der erste Hinterglasmaler, heißt es auf der Homepage der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald GmbH. Der Künstler habe sein Glas von der Glashütte bezogen. Als erstes Motiv diente die bekannte Wallfahrt zur Hl. Mutter Anna im Nachbarort. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts seien von den Raimundsreuter Malerfamilien jährlich bis zu 40.000 Hinterglasbilder gefertigt. Die Bilder wurden nach Süddeutschland und ins benachbarte Ausland verkauft.