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Himmelfahrt: Ein Tag, der uns Gott näherbringt | BR24

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Gottesdienst in Waldsassen

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Himmelfahrt: Ein Tag, der uns Gott näherbringt

Christi Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, der landläufig als Vatertag bekannt ist. Der christliche Feiertag mit seiner Tradition tritt dabei häufig in den Hintergrund. Es wird gefeiert, aber auch gebetet.

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Der Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz war einer der ersten Corona-Hotspots in Bayern. Mehr als 1.100 Menschen sind hier an dem Virus erkrankt, über 100 gestorben.

Gottesdienst soll Hoffnung vermitteln

Wenn Stadtpfarrer Thomas Vogl mit einer kleinen Gemeinde in der Stiftsbasilika in Waldsassen das Hochfest Christi Himmelfahrt feiert, hat er die dramatische Entwicklung in dem Landkreis deutlich vor Augen. Er will in dem Gottesdienst eine Hoffnungsperspektive aufzeigen. "Wir wollen als Pfarrgemeinde miteinander unseren Glauben feiern so gut es möglich ist", sagt Vogl. "Natürlich unter strengen Auflagen, wie sie nun gelten."

Wichtig sei, so der Stadtpfarrer weiter, ein ganz hoffnungsvolles zuversichtliches Bild zu geben, dass der Himmelfahrtstag schenke. An diesem Tag seien die Menschen in ihrem Glauben miteinander verbunden, gerade in Corona-Zeiten, gerade in einem solchen Hotspot.

Die Nähe zu Gott ist an diesem Tag wichtig

40 Tage nach Ostern feiern katholische und evangelische Christen das Fest Christi Himmelfahrt. Der Tag geht auf die biblische Erzählung in der Apostelgeschichte zurück, der zufolge Jesus 40 Tage nach seinem Tod am Kreuz vor den Augen seiner Jünger in den Himmel emporgehoben wurde. Für Christen geht es darum, an diesem Tag die Nähe Gottes zu erfahren, sagt die Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, Gisela Bornowski:

"Wir sind hier auf der Erde und erleben Gott in der Gegenwart. Und das heißt, wir werden aufmerksam darauf, wo wir Jesus Christus auf der Erde erfahren. Das kann in einem Gottesdienst sein, wo wir Gottes Nähe spüren, das kann im menschlichen Miteinander sein, wo uns jemand besonders nahe kommt oder auch in der Schöpfung, da überall erleben wir, dass der Himmel auf Erden ist. Der Himmel ist nicht dort, wo die Wolken sind, sondern überall dort, wo wir Gott und Jesus Christus spüren können." Gisela Bornowski, Regionalbischöfin

Der Tag vermittelt Kraft

Himmelfahrt, so sieht es auch der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erinnert an die Kraft, die gerade in Krisenzeiten vom Glauben ausgehen kann. Auch dann, wenn Gottesdienste nur eingeschränkt stattfinden können. Nach wie vor gelten besondere Auflagen und Hygieneregeln, das heißt: Mindestabstand, Mund-Nasen-Bedeckung, begrenzte Teilnehmerzahl. Kirchen- und Posaunenchöre dürfen nicht musizieren. Auf Gemeindegesang soll verzichtet werden. Auch die Prozessionen rund um den Feiertag finden vielerorts nicht statt.

Die großen Freiluftgottesdienste, die sonst oft an Himmelfahrt gefeiert werden, sind in diesem Jahr so nicht möglich, sagt Regionalbischöfin Bornowski. Das sei heuer etwas schwierig, weil die Teilnehmerzahl auf 50 begrenzt sei und es meistens sehr große Gottesdienste sind, meint Bornowski. Da müssten sich die Gemeinden etwas überlegen, entweder mehrere Gottesdienste feiern an unterschiedlichen Orten oder in der Kirche, weil hier das Schutzkonzept besser zu handhaben sei.

In der Stiftsbasilika in Waldsassen können rund 70 Menschen den Gottesdienst miterleben. Eigentlich hat die Kirche 450 Sitzplätze. Mitfeiern können dennoch mehr Menschen. Denn die ARD überträgt den Gottesdienst im Fernsehen.

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