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Hilfsaktion: Weihnachtsgeschenke für Regensburger Obdachlose | BR24

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Obdachlose haben es im Lockdown besonders schwer. Damit für sie die Weihnachtszeit nicht ganz so trostlos ausfällt, verteilt der Regensburger Streetworker Ben Peter Geschenke.

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Hilfsaktion: Weihnachtsgeschenke für Regensburger Obdachlose

Obdachlose haben es im Corona-Lockdown besonders schwer. Damit für sie in dieser schwierigen Situation die Weihnachtszeit nicht ganz so trostlos ausfällt, verteilt Streetworker Ben Peter Geschenke. Sie wurden von Regensburgern gespendet.

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Von
  • Meike Föckersperger

Weihnachten im Lockdown ist für uns alle eine Herausforderung. Es wird dieses Jahr für viele anders als sonst, in kleinem Kreis gefeiert. Immerhin haben die meisten Leute ein Dach über dem Kopf und eine kleine Familie mit der sie das "Fest der Liebe" feiern können. Für Obdachlose die keine eigene Unterkunft haben, wird das Weihnachtsfest im Lockdown eine besondere Herausforderung. Eine Hilfsaktion der Caritas in Regensburg sorgt jetzt dafür, dass Betroffene auch Geschenke bekommen.

Streetworker verteilt Geschenke an die Obdachlosen

Streetworker Ben Peter von der Caritas verteilt über 100 Geschenke an Obdachlose, die von den Regensburger Bürgern stammen. Bei der Aktion "Straßenwunsch" von der Caritas und der Initiative "Gastfreundschaft hilft Regensburg" , konnten Freiwillige individuelle Wünsche von Hilfsbedürftigen erfüllen, die diese vorher auf einen Wunschzettel geschrieben haben. Ben Peter arbeitet schon seit zehn Jahren für die Caritas in Regensburg. Zu Weihnachten möchte er mit der Aktion "Straßenwunsch" den Obdachlosen eine zusätzliche Freude machen.

Ein bisschen Weihnachten auch im "Strohhalm"

Auch im Regensburger Obdachlosentreff "Strohhalm“ bekommen die Hilfsbedürftigen zu Weihnachten ein kleines Geschenk: Eine Tasche mit Überraschungsinhalt, die an Heiligabend ausgegeben wird, erklärt Monika Petermichl vom "Strohhalm".

Rund 100 Menschen leben auf der Straße

Zurzeit gibt es rund 100 Obdachlose in Regensburg. Dazu noch mehr als 300 Menschen, die wohnungslos sind, also zum Beispiel in irgendwelchen Einrichtungen wohnen. In Regensburg haben Obdachlose eigentlich die Chance, in einer Obdachlosen-Unterkunft, UFO genannt, zu schlafen. Derzeit gibt es wegen Corona aber weniger Betten als sonst - um vor Infektionen zu schützen. Dabei wäre es an Weihnachten für viele besonders wichtig, Menschen um sich zu haben. Die Obdachlosen schlafen teilweise im Freien an Bahnhöfen oder auch an öffentlichen Plätzen wie dem Regensburger Bismarckplatz – auch wenn das offiziell nicht erlaubt ist.

Ausgangssperre wird für Obdachlose zum Problem

Tobias Mehrbrey, Fachreferent in der Obachdachlosenhilfe der Caritas, merkt, dass gerade in Corona-Zeiten viele Menschen Hilfe brauchen und es werden immer mehr. Ein zusätzliches Problem entstehe durch die nächtliche Ausgangssperre. Viele Obdachlose möchten gar nicht in die Unterkünfte, dürfen sich aber eigentlich nicht an öffentlichen Plätzen aufhalten. Das könnte für die, die erwischt werden, Haft bedeuten, weil sie die Bußgelder nicht bezahlen können.

Ob die Polizei tatsächlich Bußgelder gegen Obdachlose verhängen wird, die nach 21 Uhr auf der Straße übernachten, wird sich zeigen. Bis jetzt habe man keine derartige Einsatzerfahrung, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Dimitri Schreiber. Man gehe mit Fingerspitzengefühl vor und wolle von den betroffenen Bürgern nichts Unmögliches verlangen.

Corona macht alle ein bisschen gleicher

Eine Sache habe sich allerdings auch zum Positiven verändert. Mehrbrey von der Caritas hat zumindest den Eindruck, dass mit Blick auf bedürftige Menschen der Zusammenhalt in der Gesellschaft größer geworden sei. Corona mache alle ein bisschen gleicher, sagt er.

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