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Hilfestellung für Wirtsleute und Hungrige: Pepperfox.de | BR24

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Die Sicherheitsvorkehrungen zur Eindämmung des Coronavirus treffen die Gastronomiebranche hart. Mit der App "Pepperfox" können Restaurants nun kostenlos auf ihren Straßenverkauf und Lieferservice aufmerksam machen.

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Hilfestellung für Wirtsleute und Hungrige: Pepperfox.de

Im selbstgewählten Homeoffice hat Programmierer Björn Konzelmann aus Winkelhaid eine Internetseite entwickelt, die Gastromomen und Hungrige zusammen bringt. Bei www.pepperfox.de kann der Gastwirt sein Lokal kostenlos anmelden.

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Bei pepperfox.de können nicht nur Gastwirte ihr Angebot anmelden. Hungrige suchen - ebenfalls kostenlos - nach einem Postleitzahlenbereich und finden ortsnahe Angebote von To Go bis Lieferservice.

Die Idee zur guten Tat

Seit Mitte März sitzt Björn Konzelmann in seinem Einfamilienhaus in Winkelhaid im Nürnberger Land. Als er Abendessen bei seinem Lieblings-Asiaten holte, klagte der über die Umsatzeinbrüche. Weil Björn Konzelmann auch nach der Krise dort noch Essen gehen und eine Pleitewelle in der Gastronomie verhindern möchte, programmierte er kurzentschlossen die Internetseite Pepperfox.

Die Welle rollt

Noch muss das Angebot bekannter werden. Aber auch das Landratsamt Nürnberger Land hat bereits reagiert und die registrierten Gastronomiebetriebe auf diesen Service hingewiesen. In den ersten zehn Tagen haben sich bereits an die 500 Betriebe aus ganz Deutschland eingetragen und es werden täglich mehr. Das Angebot reicht vom Pizzabäcker, der auch liefert, bis hin zum Schäuferla-to-go.

"To go"-Umsatz ist besser als nichts

Auch Gastwirt Björn Reese aus Oberferrieden nutzt die Möglichkeit. Sein "Weißer Löwe" ist ein Traditionsgasthaus mit fränkischer Küche. Normalerweise ist am Wochenende der Gastraum voll mit hungrigen Gästen. Über den Tresen zu verkaufen, war bislang die Ausnahme. "Ein, zwei Karpfen vielleicht mal mittags" erzählt der Chef. Doch nun ist genau dieser Verkauf seine einzige Einnahmequelle. Dennoch: "Der Umsatz ist um 80 bis 90 Prozent eingebrochen". Lange kann der Familienbetrieb mit zwei Angestellten das nicht durchstehen. Und das, obwohl er schon seine zehn Aushilfen Zuhause lässt. "Ich werde wohl einen Kredit beantragen müssen", überlegt der Chef. Im gleichen Atemzug bedankt er sich bei seinen To-Go-Kunden. "Ich hätte nie mit einem solchen Zuspruch gerechnet." Insbesondere Karpfen, Schäuferle und Schnitzel werden nachgefragt.

Heinz Hirsch wohnt in der Nähe. Er kommt sich am Sonntag das Mittagessen holen. "Ich will ja auch nach der Krise hier wieder Essen gehen können" sagt er. Und ein anderer Gast, der gerade am Parkplatz ankommt, sagt: "Ich bin auch selbständig. Wir müssen jetzt zusammen halten".

Ein "befriedigendes Gefühl"

Programmierer Björn Konzelmann freut sich unterdessen über die positiven Rückmeldungen. "Das ist toll, wie das Wellen schlägt. Bis Norderney haben wir Anmeldungen, im Ruhrgebiet, in Berlin. Das schlägt grad deutschlandweit Wellen." Seine Augen scheinen regelrecht zu leuchten, wenn er das erzählt. "Das macht mich stolz, freut mich, überwältigt mich." Vor allem aber hofft er, dass die Krise bald vorbei ist; möglichst viele Gasthäuser überleben - und er wieder zu seinem Stammtisch kann.

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