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Hilferuf der Eventbranche in der Oberpfalz "Night Of Light" | BR24

© BR/Zara Kroiß

Mit einer bundesweiten Licht-Show hat die deutsche Kultur- und Event-Branche Montag Nacht auf ihre Existenzsorgen aufmerksam gemacht, weil sie Pleiten fürchtet.

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Hilferuf der Eventbranche in der Oberpfalz "Night Of Light"

Mit einer bundesweiten Licht-Show hat die deutsche Kultur- und Event-Branche Montag Nacht auf ihre Existenzsorgen aufmerksam gemacht, weil sie Pleiten fürchtet. Zahlreiche Gebäude wurden rot angestrahlt. Auch die Oberpfalz machte mit.

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In ganz Deutschland wurden Montag Nacht ab 22 Uhr in mehr als 250 Städten Gebäude des Kultur- und Veranstaltungsbetriebs rot angestrahlt. Mit der Aktion wollten unzählige Veranstalter der Eventbranche einen Hilferuf an die Politik richten. Die Branche will damit auf ihre schwierige Situation während der Corona-Krise aufmerksam machen. Auch in der Oberpfalz wurden Gebäude rot angestrahlt.

"Leuchtende Mahnmale als flammender Appell"

So wurde unter anderem die Burg Leuchtenberg (Lkr. Neustadt an der Waldnaab), der Vogelturm und das Zollhaus in Vilseck und das Schloss in Wörth an der Donau unter Trompetenmusik rot beleuchtet. In Regensburg leuchteten gleich acht Gebäude rot. Auch das Regensburger Stadttheater nahm an der Aktion teil - allerdings leuchtete dort nicht die repräsentative Vorderseite zum Bismarckplatz, wo sich an lauen Sommerabenden hunderte von Menschen treffen, sondern die Rückseite zum Arnulfsplatz. Die Macher wollten wegen der geltenden Corona-Abstandsregeln einen zu großen Andrang verhindern. Mit der Aktion sollten "leuchtende Mahnmale als flammender Appell" geschaffen werden, hieß es aus dem Stadttheater. In Regensburg wurden insgesamt acht Gebäude bestrahlt, darunter auch die Neupfarrkirche und der Thon-Dittmer-Palais auf dem Haidplatz.

Intendant: Branche ist Basis für kulturelles leben

Jens Neundorff von Enzberg, der Regensburger Intendant, hält die Solidaritätsaktion für sinnvoll: "Der Symbolcharakter, der dahintersteckt, wird die Menschen erreichen und hoffentlich zum Nachdenken anregen. Die Veranstaltungsbranche ist schon immer eine Dienstleistungsbranche gewesen und man hat sie einfach als gottgegeben akzeptiert, und erst jetzt bemerkt man ihre Wichtigkeit, dass sie eine Basis ist für das gesamtgesellschaftlich, kulturelle Leben in der Bundesrepublik."

Branche: Politik soll in Dialog treten

Großveranstaltungen sind noch bis Oktober abgesagt. Die aktuell geltenden Auflagen würden Veranstaltungen unmöglich machen, heißt es aus dem Event-Bereich. Damit stehe die gesamte Branche auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen. Mit der bundesweiten Aktion "Night of Light" forderten die Beteiligten die Politik zu einem Dialog auf, um einen Weg aus der Krise zu finden.

Bundesweit 1,5 Millionen Mitarbeiter in der Eventbranche

Wie es von den Initiatoren der bundesweiten Aktion heißt, wird die Veranstaltungswirtschaft die nächsten 100 Tage nicht überstehen. Laut einer Studie der Technischen Universität Chemnitz und des Berliner Research Institute for Exhibition and Live-Communication ist die Veranstaltungsbranche in Deutschland die sechstgrößte Wirtschaftsbranche – etwa 1,5 Millionen Mitarbeiter werden beschäftigt.

© BR/Sebastian Wintermeier

Das Regensburger Stadttheater beleuchtete absichtlich nicht die Bismarckplatz-Seite, um eine Menschenansammlung zu vermeiden.

© Theater Regensburg

Auch das Thon-Dittmer-Palais in Regensburg leuchtete rot.

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