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Hilfe trotz Corona: Brotzeit-Tüten für Bedürftige in Neu-Ulm | BR24

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Corona-Regeln betreffen auch soziale Dienste: Der Suppentreff der Malteser in Neu-Ulm musste schließen, doch jetzt gibt es Ersatz. Dabei geht es nicht nur um die Nahrungsmittel.

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Hilfe trotz Corona: Brotzeit-Tüten für Bedürftige in Neu-Ulm

Der Suppentreff für arme Menschen muss wegen Corona vorerst ausfallen. Abstand halten und trotzdem menschliche Nähe vermitteln - um diesen Spagat zu schaffen, setzen die Malteser in Neu-Ulm deshalb jetzt auf Brotzeit-Tüten zum Mitnehmen.

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Die Pandemie trifft sie besonders hat: arme Menschen. Denn viele Lebensmittel sind deutlich teurer geworden. Doch ausgerechnet jetzt sind Suppenküchen geschlossen, aus Hygienegründen. Damit bedürftige Menschen trotzdem nicht leer ausgehen, geben die Malteser in Neu-Ulm jetzt Brotzeit-Tüten aus.

Kiloweise frisches Obst

Die zwei Papiertüten wiegen schwer, der dünne Tragegriff würde das Gewicht vermutlich nicht halten. Helfer Wolfgang Frank hebt das Essenspaket in den Gepäckkorb am Rollstuhl des Mannes, der vor der Malteser-Dienststelle in Neu-Ulm wartet. Es ist halb vier, vor dem Eingang haben sich über zwei Dutzend Menschen aufgereiht.

Gespräche gegen die soziale Isolation

Normalerweise veranstalten die Malteser alle zwei Wochen einen Suppentreff. Doch wegen der Corona-Pandemie dürfen in der Dienststelle nicht mehr so viele Menschen zusammenkommen. Beim Suppentreff geht es nicht nur um das Essen, erklärt Dienststellenleiterin Pia Eble: "Wir wollen die Leute aus der sozialen Isolation holen, das Gespräch ist wichtig." Die Brotzeittüten sind ein Ersatz, damit die Menschen sich nicht vergessen fühlen.

Die Nachfrage ist groß

Ein Paket abholen darf sich jeder, der in Neu-Ulm gemeldet ist und eine grüne Berechtigungskarte besitzt. Das Angebot kommt gut an: Die Helfer verteilen inzwischen doppelt so viele Tüten wie zum Anfang der Pandemie. Ein Teil der Tüten wird auch ins Obdachlosenheim geliefert.

Tüten sind mit Spenden gefüllt

Was bei den Maltesern in die Tüte kommt, ist gespendet. Von Firmen oder Betrieben. Dazu kommt Ware aus dem Supermarkt, die aus Spendengeldern bezahlt wird. Frisches Brot, Jogurt, Käse, Wurst und frisches Obst werden von den Helfern eingepackt. Sie motiviert vor allem die Erfahrung mit den Menschen, die die Tüten erhalten: "Wenn man sieht, wie man damit eine Freude machen kann, ist man selber auch zufrieden", berichtet Helfer Wolfgang Frank.

Mehr Freiwillige seit Corona

Seit Beginn der Pandemie haben sich viele Freiwillige gemeldet, die mithelfen wollen. Bis zum Jahresende werden die Tüten jeden Mittwochnachmittag verteilt. Dann soll es, wenn es die Corona-Lage zulässt, im wöchentlichen Wechsel wieder eine Suppenküche geben.

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