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Rund 300 Tannenbäume waren für die Erlanger Waldweihnacht vorgesehen, die wegen Corona abgesagt werden musste. Der Organisator hat sich trotzdem etwas Besonderes ausgedacht, um bedürftigen Kindern zu helfen.

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Hilfe für Bedürftige – trotz Absage der Erlanger Waldweihnacht

Die Absage der Weihnachtsmärkte ist für die Schausteller bitter. Doch auch viele soziale Projekte, die dort stattfinden sollten, geraten damit in Gefahr. In Erlangen wollte man das nicht hinnehmen und hilft jetzt auf andere Weise den Bedürftigen.

Von
Julia DemelJulia Demel

Der Abbau der Erlanger Waldweihnacht ist in vollem Gange – und damit sind auch rund 300 frischgeschlagenen fränkische Nordmann-Tannen überflüssig. Sie waren als Schmuck für den Markt gedacht. Sie jetzt einfach zu entsorgen, das hätte der Organisator der Erlanger Weihnacht, Ernst Stäblein, nicht übers Herz gebracht. Stattdessen kam ihm die Idee, diese an bedürftige Erlanger Bürger zu verschenken.

Weihnachtsbäume für Bedürftige

Am vergangenen Samstag konnten sich Inhaber des Erlangen Passes die Bäume abholen. Dabei fanden viele berührende Begegnungen statt, erzählt Stäblein: "Da kam eine Mutter, mit ihrer Tochter, Celine hieß die. Sie war erst drei Jahre alt, sprach aber schon sehr gut. Sie sagte zu mir: 'Wir bekommen einen Weihnachtsbaum geschenkt.' Sie hat sich so darüber gefreut!" Viele dieser Familien hätten sich sonst keinen Baum leisten können, erzählt Stäblein weiter. Trotzdem haben sie ihm oft noch einige Euro als Spende übergeben.

1.400 Euro Spenden gesammelt

Insgesamt kamen aber nur 50 Bedürftige, um sich einen Baum abzuholen. Also beschlossen Ernst Stäblein und sein Team, die anderen Bäume gegen Spenden abzugeben. So wurden innerhalb von nur einem Tag alle Bäume abgeholt und es kamen dabei 1.400 Euro an Spenden zusammen. Diese gehen nun an die Erlanger Bürgerstiftung und kommen dann wiederum Menschen in Not zugute.

Keine Waldweihnacht - kein Wunschbaum?

Normalerweise steht auf der Erlanger Waldweihnacht auch immer ein Wunschbaum, an den Kinder in Not ihre Wunschzettel hängen dürfen. Bürger nehmen die Zettel ab, besorgen die Geschenke und bringen sie wieder zur Waldweihnacht. Auch diese Aktion wollte Stäblein auf keinen Fall ausfallen lassen. Zumal die Wunschzettel der Kinder schon geschrieben waren. Also organisierte er kurzerhand mehrere Teams von Sparkassen-Mitarbeitern, dem Erlanger Stadtrat oder rund um den Oberbürgermeister, die die Zettel in der Fußgängerzone verteilten.

Weihnachtsgeschenke für Kinder in Not

Jeder Wunsch der Kinder soll trotzdem erfüllt werden. Die Geschenke werden jetzt im Erlanger Palais Stutterheim gesammelt. Bisher sind rund 15 abgegeben worden, doch bis zum 4. Advent sollen es 200 sein. Stäblein erzählt: "Ich weiß, dass ein Kind sich einen Schlitten gewünscht hat, einen Globus oder eine Gitarre, in einigen Wochen wird hier ein ganzer Berg Geschenke stehen. Die werden dann durch Organisationen wie den Kinderschutzbund verteilt, so dass am 24.12. jedes Kind ein Geschenk hat." Auch wenn die Adventszeit in diesem Jahr wieder ein bisschen anders wird – mit guten Ideen, lässt sich der Weihnachtzauber trotzdem retten.

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