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"Hightech Agenda Bayern": Jubel in Ostbayern | BR24

© pa/Klaus Ohlenschläger

Abstrakter Technologie Hintergrund mit Prozessor, Programmcode und vielen Lichtern

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"Hightech Agenda Bayern": Jubel in Ostbayern

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einen massiven Ausbau von Forschung und Innovation in Bayern angekündigt. Auch Ostbayern soll von der "Hightech Agenda Bayern" profitieren. Vor allem aus Cham, Straubing und Passau gab es dafür viel Beifall.

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Nicht nur die großen Universitäten in München, sondern auch die kleineren, ländlicheren Standorte von Forschung und Lehre sollen in den nächsten Jahren massiv unterstützt werden. 150 Millionen Euro hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner Regierungserklärung für die Regionen versprochen. Die "Hightech Agenda Bayern" - wie es die CSU genannt hat - kommt in Ostbayern gut an.

Hightech Agenda sieht Förderung für Cham vor

Der Technologiecampus im oberpfälzischen Cham wird gefördert, versprach Söder. Zusätzliches Personal und Sachmittel gebe es vom Freistaat. Vertreter des Landkreises Cham freuten sich darüber: Gemeinsam mit dem Chamer Landtagsabgeordneten Gerhard Hopp (CSU) begrüßte Landrat Franz Löffler (CSU) die Förderung, mit der Forschung nicht nur in München, sondern in ganz Bayern vernetzt stattfinden könne. "Nicht Arbeitsplatzabbau wie bei Continental, sondern Innovationsaufbau ist nötig", heißt es außerdem wörtlich vom Chamer Landratsamt.

Söder hatte die Förderung des Technologie-Campus "als Ausgleich für verlorengegangene Arbeitsplätze in Roding" angekündigt.

Ausbau des TUM Campus Straubing

Ausdrücklich begrüßte die TUM Straubing den Ausbau des Campus um vier zusätzliche Lehrstühle im Forschungsbereich "CleanTec". Der Rektor des TUM Campus Straubing, Volker Sieber, sieht darin einen wichtigen Schritt zum Ausbau der Wissenschaftsstadt Straubing mit bundesweiter Ausstrahlung. Die vier neuen Professuren würden die 30 Professuren des bisherigen Ausbauplans hervorragend ergänzen, hieß es. "Damit erhält der Wissenschaftsstandort Straubing ein einzigartiges wissenschaftliches und technologisches Profil und wird zum bundesdeutschen Vorreiter bei Nachhaltigkeit und biobasierten Grundstoffen", hieß es in einer Pressemitteilung.

Jungwirth: "Ein riesiger Schritt für die Uni Passau"

In Passau sah man sich gleich dreimal gefördert: Einmal durch den Neubau eines internationalen Wissenschaftszentrums, zudem durch mehrere hundert zusätzliche Studienplätze in der Informatik und der Einrichtung einer Projektgruppe Medizincampus in Passau.

Die Präsidentin der Universität Passau reagierte hoch erfreut auf die "Hightech Agenda Bayern". In einer Pressemitteilung bedankte sich Carola Jungwirth bei Söder: "Für die Universität Passau ist das ein riesiger Schritt. Unseren Anteil an der 'Hightech Agenda Bayern' können wir in die strategischen Maßnahmen der Universität optimal einbetten", so Jungwirth.

Auch Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) zeigte sich hocherfreut. Er sieht die Erwähnung in der Regierungserklärung als Anerkennung für die gemeinsamen Bemühungen vor Ort. Immerhin habe eine ganze Region dieses Thema zum Anliegen gemacht. Dupper sagte: "Mit der Ankündigung des Ministerpräsidenten hat das Thema eine andere Dimension als bislang. Ich persönlich bin froh, dass die Staatsregierung jetzt ihre vornehme Zurückhaltung aufgegeben hat."

Medizin, Informatik und ein Neubau

Die Universität Passau verfolge die Idee, die "Medizinausbildung der Zukunft" zu etablieren, heißt es von der Universitätspräsidentin. Eine solche Entwicklung sei für ganz Bayern von größtem Interesse. "Es gilt die Medizin mit der Informatik und den digitalen Naturwissenschaften zu vernetzen und daraus die Medizinausbildung der Zukunft aufzubauen", so Carola Jungwirth.

Die "Hightech Agenda Bayern" von Ministerpräsident Söder will außerdem das Fach Informatik stärken. Auf Passau werden von den 5.000 zusätzlichen Studienplätzen mehrere Hundert entfallen. Das sei nur konsequent und eine große Anerkennung der Forschungsstärke und Leistungsfähigkeit der Passauer Informatik, gerade an dieser Stelle weiter zu investieren, so Jungwirth.

Teil der Hightech Agenda Bayern ist auch der Neubau des internationalen Wissenschaftszentrums Passau am Spitzberg. Der Freistaat Bayern hat bereits ein Grundstück für den Erweiterungsbau erworben. Noch im Herbst 2019 soll das europaweite Ausschreibungsverfahren für den Architekturwettbewerb starten. "Die Universität Passau ist in den vergangenen Jahren um ein Drittel gewachsen und wächst weiter. Deshalb muss sie auch räumlich wachsen. Nur dann können wir unsere Aufgaben in Forschung und Lehre auch in Zukunft meistern", so Universitätspräsidentin Jungwirth.

Künstliche Intelligenz kommt gut an

Auch die Ankündigung, dass das Thema Künstliche Intelligenz (KI) gefördert werden soll, sieht Jungwirth positiv für Passau: Die Universität werde sich am Wettbewerb um zusätzliche Professuren im Bereich Künstliche Intelligenz beteiligen und sich aktiv in den Aufbau des bayerischen KI-Kompetenznetzwerks einbringen, heißt es.

Ministerpräsident Markus Söder hat am Donnerstag angekündigt, insgesamt zwei Milliarden Euro für den Ausbau von Forschung und Innovation in Bayern auszugeben.

© BR

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