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Fall Maria Baumer: Heute Nachmittag fällt das Urteil | BR24

© BR/Andreas Wenleder

Acht Jahre nach dem rätselhaften Tod von Maria Baumer soll heute das Urteil im Prozess gegen ihren Verlobten fallen. Der 36-Jährige muss sich vor dem Landgericht Regensburg wegen Mordes verantworten.

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Fall Maria Baumer: Heute Nachmittag fällt das Urteil

Einer der spektakulärsten Prozesse der vergangenen Jahre geht am Nachmittag vorerst zu Ende - mit dem Urteil des Landgerichts Regensburg um 15 Uhr. Im Maria-Baumer-Prozess entscheiden die Richter, ob der angeklagte Verlobte ein Mörder ist oder nicht.

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Von
  • Andreas Wenleder
  • BR24 Redaktion

Mit Spannung wird um 15 Uhr vor dem Landgericht Regensburg das Urteil im Fall Maria Baumer erwartet. Das Gericht muss entscheiden, ob Maria Baumer 2012 von ihrem damaligen Verlobten ermordet wurde oder nicht. Der Angeklagte in dem Indizienprozess bestreitet, seine Verlobte mit Medikamenten getötet zu haben.

Kurz vor Ende des Prozesses hat der Angeklagte sein Schweigen gebrochen. Er räumte ein, die tote Maria Baumer an Pfingsten 2012 im Wald vergraben zu haben. Aus Panik, weil sie angeblich an Tabletten gestorben sei, die er an seiner Arbeitsstelle am Regensburger Bezirksklinikum gestohlen hatte. Einen Mord bestritt er in seiner Erklärung.

Viele belastende Indizien

Gegen die Version des Angeklagten sprechen zahlreiche belastende Indizien, die die Verteidigung im Prozess nicht komplett entkräften konnte. So müssen die Richter und Schöffen des Schwurgerichts nun entscheiden: Glauben Sie dem Angeklagten, dass Maria Baumer den tödlichen Medikamentenmix aus Versehen selbst eingenommen hat, oder war es ein bereits mehrere Tage zuvor geplanter heimtückischer Mord.

Maria Baumer stammte aus der kleinen Ortschaft Muschenried im Landkreis Schwandorf. Mit dem Urteil, geht für die Angehörigen ein belastender Prozess zu Ende. Sie hoffen, acht Jahre nach dem Tod ihrer Tochter und Schwester endlich Gewissheit zu bekommen, was 2012 wirklich passiert ist.

Verteidigung fordert Freispruch

Während die Verteidigung in ihrem Plädoyer einen Freispruch für den Angeklagten forderte, schlossen sich die Angehörigen als Nebenkläger der Staatsanwaltschaft an. Diese forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Dadurch wäre bei einer Verurteilung eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nicht möglich. Das Schwurgericht des Landgerichts Regensburg will das Urteil um 15 Uhr verkünden.

Fall bei "Aktenzeichen xy ... ungelöst" vorgestellt

Der Fall Maria Baumer war vor acht Jahren auch in der TV-Sendung "Aktenzeichen xy ... ungelöst" Thema - damals galt er noch als Vermisstenfall. Der heute Angeklagte trat bei Moderator Rudi Cerne auf und bat um Hinweise auf den Aufenthaltsort seiner Verlobten - die er selbst bereits im Wald vergraben hatte.

Baumer war kurz vor ihrem Verschwinden zur Landesvorsitzenden der Katholischen Landjugendbewegung in Bayern (KLJB) gewählt worden. Ihre Eltern und Geschwister treten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

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