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Herzenswunsch: 100-Jähriger aus Zeil auf großer Reise | BR24

© BR/Achim Winkelmann

Der 100 Jahre alte Hermann Günther aus Zeil am Main begibt sich auf große Reise in seine alte Heimat im heutigen Polen.

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    Herzenswunsch: 100-Jähriger aus Zeil auf großer Reise

    Zu seinem 100. Geburtstag ist es sein größter Traum gewesen: Noch einmal seinen Heimatort in Schlesien zu sehen. Der Wunsch von Hermann Günther aus Zeil am Main wurde nun erfüllt. Möglich gemacht hat das der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds.

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    Von
    • Achim Winkelmann

    Fest angeschnallt sitzt Hermann Günther im Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Die Fahrt führt den 100-Jährigen von seinem Wohnort Zeil am Main nach Ubocze, dem früheren Schosdorf. Dort in Niederschlesien ist Hermann Günther aufgewachsen.

    100-Jähriger reist nach Polen

    Aufgeregt? Nein, das sei er nicht, sagt Hermann Günther. Auch wenn er in der vergangenen Nacht "höchstens eine Stunde" geschlafen habe. Hermann Günthers großer Traum war es, noch einmal seinen alten Heimatort im heutigen Polen zu sehen.

    Das ermöglicht ihm nun der Wünschewagen Franken des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB). Mit dem Fahrzeug erfüllt der ASB letzte Herzenswünsche. Der Wünschewagen ist so eingerichtet, dass das Team des ASB im Notfall medizinische Hilfe leisten kann.

    Reise stand wegen Coronavirus auf der Kippe

    Neben Helfern des ASB sind auch Hermann Günthers Töchter mit auf Tour. Sein 100. Geburtstag im April fiel mitten in die Zeit der Corona-Beschränkungen. Sein Geburtstagswunsch, die Fahrt in die alte Heimat, schien dadurch in weite Ferne gerückt. Auch eine größere Feier war damals nicht möglich. Hermann Günthers Enkeltochter Jana startete deshalb einen Aufruf auf Instagram. Der 100-Jährige aus Zeil erhielt daraufhin Karten und Briefe aus der ganzen Welt.

    © Privat

    In diesem Haus ist Hermann Günther aufgewachsen

    Von Zeil am Main nach Niederschlesien

    Die Reise führte Hermann Günther und seine Töchter zunächst bis nach Görlitz. Dort war eine Übernachtung geplant. Dann ging es nach Ubocze und in weitere Orte im Umkreis, die Hermann Günther aus seiner Jugend kannte. Wieder zuhause in Zeil am Main angekommen war der 100-Jährige glücklich und zufrieden, aber auch erschöpft von der Reise und den vielen Eindrücken. "Er hat gesagt: Ach ich merke jetzt, dass ich keine 15 mehr bin", erzählt seine Tochter Susanne.

    Hermann Günther und seine Familie wurden zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem ehemaligen Schlesien vertrieben und landeten über einige Umwege in Unterfranken. In Zeil arbeitete der gelernte Weber später in einem ortsansässigen Textilunternehmen.

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