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Verkehrsstatistik 2018: Besonders Radfahrer leben gefährlich | BR24

© dpa-Bildfunk/Jens Büttner

Besonder viele Radfahrer sind 2018 ums Leben gekommen.

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Verkehrsstatistik 2018: Besonders Radfahrer leben gefährlich

618 Verkehrstote und mehr als 70.000 Verletzte auf Bayerns Straßen – diese Bilanz zog heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Unter ihnen sind besonders viele Fahrrad- und Motorradfahrer, die 2018 ums Leben kamen.

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Auffällig an der Verkehrsstatistik 2018 - mit 618 Toten und 70.000 Verletzten auf den Straßen Bayerns - ist der Anteil der Radfahrer. Mit 77 tödlich Verunglückten sind es zehn Prozent mehr als 2017. Vor allem Vorfahrts- und Abbiegeunfälle waren laut Herrmann die Unfallursache. Aber auch das anhaltend schöne Wetter vom Frühjahr bis in den Herbst hinein habe dazu beigetragen, dass insgesamt mehr Menschen auf Bayerns Straßen unterwegs waren.

"Viele dieser Verkehrsunfälle wären zu verhindern gewesen, wenn die Beteiligten die Verkehrsregeln beachtet und besser aufeinander aufgepasst hätten." Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister

Elektronische Abbiegeassistenten für Lastwagen gefordert

Das Motto der diesjährigen Verkehrssicherheits-Aktion seines Ministeriums laute dementsprechend "Für ein faires Miteinander im Straßenverkehr". Gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will sich Herrmann außerdem dafür einsetzen, dass Lastkraftwagen mit elektronischen Abbiegeassistenten ausgestattet werden. Dies soll helfen, LKW-Abbiegeunfälle mit Fahrradfahrern und Fußgängern zu vermeiden. Andreas Groh, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) München, fordert ein grundsätzliches Umdenken in der städtischen Verkehrs-Infrastruktur, um die Sicherheit für Fahrradfahrer zu erhöhen.

"Bislang gilt hier das Motto, der Verkehr muss fließen und gemeint ist der Autoverkehr. Radwege sollten insgesamt übersichtlicher geplant und angelegt werden." Andreas Groh (ADFC)

Motorradfahrer zu schnell und riskant

Auch die Zahl der getöteten Motorradfahrer hat sich deutlich erhöht: Um 19,5 Prozent auf insgesamt 147 Tote im vergangenen Jahr. Fast jeder vierte getötete Verkehrsteilnehmer in Bayern war somit ein Motorradfahrer. In zwei Dritteln der Fälle waren sie selbst die Unfallverursacher, durch zu schnelles und riskantes Fahren, so der Innenminister. Herrmann appellierte an die Vernunft der Biker und kündigte landesweite Maßnahmen an.

"Wir haben deshalb bei allen bayerischen Polizeipräsidien Motorrad-Kontrollgruppen eingerichtet. Sie kümmern sich speziell um eine gezielte Kontrolle der Motorradfahrer und nehmen sich dabei neben der Verkehrssicherheit auch dem Lärmschutz an." Joachim Herrmann

Für mehr Verkehrssicherheit empfiehlt die Polizei Motorradfahrern neben dem obligatorischen Frühjahrscheck der Maschinen auch ein freiwilliges Fahrsicherheitstraining.

© BR

Mehr als 400.000 Verkehrsunfälle mit 618 Toten wurden letztes Jahr in Bayern gezählt - also mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Unfälle passierten, weil zu schnell gefahren wurde.