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Herrmann beklagt wachsenden Antisemitismus in Bayern | BR24

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"jetzt red i" in Nürnberg: Wird die Gefahr von Rechts unterschätzt?

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Herrmann beklagt wachsenden Antisemitismus in Bayern

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat in der Bürgersendung "jetzt red i" im BR-Fernsehen einen wachsenden Judenhass in Bayern beklagt. Dieser sei eine riesige Herausforderung für die ganze Gesellschaft.

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Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der Bürgersendung "jetzt red i" im BR-Fernsehen zum Thema "Hetze, Gewalt, Mord – die unterschätzte Gewalt von Rechts?“ einen seiner Ansicht nach wachsenden Judenhass in Bayern beklagt: "Wir stellen fest - überall in Deutschland und auch in Bayern, dass Antisemitismus zugenommen hat."

Soziale Medien laufen aus dem Ruder

Dies stelle eine riesige Herausforderung für die gesamte Gesellschaft dar - und sei vielerorts ein Thema für die Sicherheitsbehörden. In der Livesendung aus Nürnberg stellte Herrmann außerdem fest: "Wir müssen uns auch die Frage stellen: Wie gehen wir mit den Umtrieben in den Sozialen Medien um? Da sind inzwischen Dinge im Umlauf, die hätte sich früher jemand nicht öffentlich zu sagen getraut, die hätte auch niemand als Brief geschrieben."

Herrmann übte auch deutliche Kritik an Björn Höcke: Der AfD-Politiker überschreite seit Jahren Grenzen und provoziere bewusst. Damit sei er einer der schlimmsten geistigen Brandstifter des neuen Antisemitismus.

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In der Sendung "jetzt red i" hat Joachim Herrmann deutliche Kritik an Björn Höcke geäußert: Höcke überschreite seit Jahren Grenzen und provoziere bewusst. Damit sei er einer der schlimmsten geistigen Brandstifter des neuen Antisemitismus.

"Wir haben zu lange weggeschaut"

Dieter Janecek, Bündnis 90/Die Grünen, betonte: "Es erschüttert mich, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland das Gefühl haben, als Teil unserer Gesellschaft hier nicht mehr willkommen zu sein. Das beschämt mich, das ist ein schlimmer Zustand. […] Wir haben zu lange weggeschaut. Es ist höchste Zeit, dass wir jetzt handeln gegen den rechten Terrorismus in Deutschland."

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Man müsse klar gegen Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken vorgehen, so Dieter Janecek von den Grünen - durch Aufklärungsarbeit in Schulen, eine bessere Ausstattung der Polizei und die Möglichkeit digitaler Anzeigen.

AfD fühlt sich zu Unrecht diffamiert

Auch Corinna Miazga, bayerische Landesvorsitzende der AfD, zeigte sich betroffen von dem Terroranschlag in Halle, betonte aber: "Ich finde es nicht in Ordnung, wenn Sie jetzt anfangen mit 'Finger-Pointing'- wer sind hier die geistigen Brandstifter? Wir haben eine Diskurskultur, die total verkommen ist. Wir von der AfD erleben das auch immer wieder, jeden Tag, diese andauernde Diffamierung. Die AfD ist immer an allem schuld, das ist nicht zielführend."