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Der Anwalt des infizierten Arztes stellt kritische Fragen an die Donau-Ries-Klink in Donauwörth
© dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

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Roswitha Polaschek
Barbara Leinfelder
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Der Anwalt des infizierten Arztes stellt kritische Fragen an die Donau-Ries-Klink in Donauwörth

Wie wurden die Patienten in der Donauwörther Klinik mit Hepatitis C infiziert? Das ist nach wie vor die Frage. Wie das Gesundheitsamt am Donnerstag mitteilte, wurden mittlerweile 49 Menschen positiv auf die Lebererkrankung getestet. Weitere Fälle sind zu erwarten. Von den 1.286 angeschriebenen Personen haben einige ihren Wohnsitz im Ausland, etwa in Rumänien, Großbritannien oder Litauen. Die dortigen Behörden begleiten laut Gesundheitsamt die Ermittlungen.

Medizinischer Jahrescheck in der Klinik ist ausgefallen

Für den Anwalt des Narkosearztes, gegen den jetzt wegen Körperverletzungsdelikten ermittelt wird, stellt sich aber auch die Frage, wie und wo sich sein Mandant angesteckt hat. Rechtsanwalt David Herrmann sagte dem BR am Donnerstag, der Arzt sei im November 2016 in der Donau-Ries-Klinik negativ getestet worden. 2017 sei der routinemäßige Jahrescheck des medizinischen Personals aber dann ausgefallen. "Wir wissen nicht warum", so Herrmann am Donnerstag.

Der Arzt soll seine Hepatitis-Erkrankung sofort gemeldet haben

Durch einen Zufallsbefund im Mai 2018 bei einem Arztbesuch bei einem Rheumatologen sei seinem Mandanten dann gesagt worden, dass er sehr schlechte Leberwerte habe - so sei die Hepatitis-Infektion überhaupt erst ans Licht gekommen. "Fakt ist, dass er das sofort gemeldet hat und auch eine Therapie einleiten hat lassen, und jetzt wieder gesund ist", so Herrmann.

Wo hat sich der Arzt mit Hepatitis infiziert?

Dem Narkosearzt tue es "unendlich leid", dass so viele Patienten jetzt Angst haben müssten, infiziert zu sein und viele tatsächlich das Virus in sich tragen würden. "Aber er selbst wusste nicht, dass er infiziert ist. Und er stellt sich selbst die Frage, wo er sich infiziert haben könnte", so der Anwalt. Sein Mandant nämlich lebe "in keinem gefährlichen Umfeld", seine Frau sei nicht erkrankt, er habe im fraglichen Zeitraum keine kritischen Auslandsreisen unternommen. Allerdings, so der Jurist, sei der Narkosearzt selbst, etwa nach einem Unfall, in der Donauwörther Klinik als Patient behandelt worden. "Und er hat jahrelang dort gearbeitet", so Herrmann.

Kein kritischer Hinweis im Zeugnis des Arztes - laut Anwalt

Im April 2018 sei sein Mandant ausgeschieden aus dem Arbeitsvertrag, im gegenseitigen Einverständnis, mit einem positiven Zeugnis. "Ein wie auch immer gearteter kritischer Hinweis", wie von der Klinikleitung behauptet, sei für ihn nicht dabei beim besten Willen nicht herauszulesen, so der Jurist.

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Roswitha Polaschek
Barbara Leinfelder

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 08.11.2018 - 13:30 Uhr