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Hepatitis-Skandal in Donauwörth: Patienten warten auf Aufklärung | BR24

© BR/Judith Zacher

Eine Operation - und danach mit Hepatitis C infiziert. Dieses Schicksal teilen 62 Patienten des Donauwörther Krankenhauses. Ein Jahr nach dem Bekanntwerden des Skandals sind die Ermittlungen gegen einen Narkosearzt noch nicht abgeschlossen.

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Hepatitis-Skandal in Donauwörth: Patienten warten auf Aufklärung

Mit Hepatitis C infiziert – dieses Schicksal teilen 62 Patienten nach Operationen im Krankenhaus in Donauwörth. Die Staatsanwaltschaft führt weiter aufwendige Ermittlungen. An denen entscheidet sich wohl letztlich auch die Frage einer Entschädigung.

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Nebenwirkungen von Medikamenten, psychische Probleme, Arbeitsunfähigkeit und Geldsorgen wegen der Krankheit: Patienten des Donauwörther Krankenhauses kämpfen mit den Folgen einer Hepatitis-C-Infektion. Vor einem Jahr wurde das Virus bei insgesamt 62 Menschen nach Operationen festgestellt. Ein medikamentenabhängiger Narkosearzt soll sich Narkosemittel abgezapft haben, um seine Sucht zu befriedigen und für die Infektionen verantwortlich sein.

Heptatitis-C-Infizierte hoffen auf Entschädigung

Viele der Infizierten haben sich mittlerweile rechtlichen Beistand gesucht. Sie fordern Gerechtigkeit und hoffen auf eine Entschädigung. "Wir sind ja schon infiziert worden", sagt Martin, einer der Betroffenen: "Letztlich muss aber einer auch zahlen."

Anwalt erwartet von Arzt keinen Schadenersatz

Anwalt Roland Aigner vertritt zwölf Patienten. Er verweist darauf, dass noch nicht klar ist, wegen welcher Vergehen der Narkosearzt angeklagt wird. "Die Spannbreite geht von fahrlässiger bis vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung," sagt Aigner. Der Anwalt geht davon aus, dass die Haftpflichtversicherung des Krankenhauses bei einer fahrlässigen Tat einspringen würde. Das wäre für die Patienten der erheblich bessere Fall, meint Aigner, weil nicht zu erwarten sei, dass der Arzt Schadenersatz leisten könnte.

Staatsanwaltschaft ermittelt zu jeder einzelnen Infektion

Wie genau die Übertragung verlaufen ist, muss die Staatsanwaltschaft ermitteln – und zwar für jeden einzelnen der 62 Patienten. Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai spricht von einem komplexen und umfangreichen Verfahren. Erst, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, kann die Staatsanwaltschaft Anklage erheben.

Hepatitis-Infektion bringt Opfer auch finanziell in Nöte

Für die Betroffenen heißt das: Die Angelegenheit zieht sich weiter hin. Viele berichten, dass sie das Geld dringend brauchen würden. Während der Therapie waren sie lange krankgeschrieben, manche können bis heute nicht arbeiten.

© BR/Judith Zacher

Einer der größten Medizinskandale Deutschlands der letzten Jahre: Ein Narkosearzt am Krankenhaus Donauwörth soll 62 Patienten mit Hepatitis C angesteckt haben. Das war vor einem Jahr. Wie weit sind die Ermittlungen? Wie geht es den Betroffenen?