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Hepatitis-Skandal: Anwälte bestätigen Medikamentenabhängigkeit | BR24

© BR / Judith Zacher

Die Frage, wie sich mindestens 51 Menschen an der Donau-Ries Klinik mit Hepatitis C infizieren konnten, ist weiter offen. Die Anwälte des Hauptverdächtigen betonen: Die Sucht ihres Mandanten sei von der Frage der Infektionsquelle strikt zu trennen.

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Hepatitis-Skandal: Anwälte bestätigen Medikamentenabhängigkeit

Die Frage, wie sich mindestens 51 Menschen an der Donau-Ries Klinik mit Hepatitis C infizieren konnten, ist weiter offen. Die Anwälte des Hauptverdächtigen betonen: Die Sucht ihres Mandanten sei von der Frage der Infektionsquelle strikt zu trennen.

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Die Anwälte des verdächtigen Anästhesisten wollen heute Berichte der Süddeutschen Zeitung, ihr Mandant sei mit einer Spritze im Arm erwischt worden, nicht kommentieren. Sie bestreiten nicht, dass ihr Mandant medikamentenabhängig war, weisen aber darauf hin, dass diese Abhängigkeit von der Tatsache, dass sich Menschen in der Klinik mit Hepatitis infiziert hätten, strikt zu trennen sei.

Wo hat sich der Arzt infiziert?

Ihr Mandant wisse selber nicht, wo er sich infiziert habe. Einmal habe er sich in der Notaufnahme der Klinik nähen lassen, als er sich an einem Joghurtglas geschnitten hatte. Ihr Mandant habe inzwischen kein Suchtproblem mehr und sei außerdem von der Krankheit geheilt. Derzeit arbeite er allerdings nicht, so Anwalt Christian Kanth. Er habe sich im Krankenhaus Opiate beschafft, bestätigt er weiter.

Anwalt: Anästhesist hat sich Opiate gespritzt

Ärzte wie Anästhesisten stünden unter einem unwahrscheinlich hohen Druck. Um diesen auszuhalten und „immer voll auf der Höhe zu sein“ , habe sich sein Mandant Opiate gespritzt. Er habe seine Arbeit als Anästhesist unterdessen immer einwandfrei erledigt.

Über 50 Hepatitis-Infektionen

Vor gut einem Monat hat das Donau-Rieser Landratsamt die Öffentlichkeit informiert, dass sich Patienten des Donauwörther Krankenhauses dort bei Operationen mit der seltenen Leberkrankheit infiziert haben. Etwa 1300 Patienten wurden angeschrieben, sie sollen sich prüfen lassen. An die 1000 haben sich bereits zurückgemeldet, von ihnen sind 51 an Hepatitis erkrankt. Als Hauptverdächtiger gilt der oben erwähnte, medikamentenabhängige Narkosearzt der selbst mit Hepatitis C infiziert war.