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Bluttproben zu Hepatitis-Skandal in Donauwörth
© Bayerischer Rundfunk 2018

Autoren

Judith Zacher
Beate Mangold
© Bayerischer Rundfunk 2018

Bluttproben zu Hepatitis-Skandal in Donauwörth

Zwischen Mai und November 2016 wurden sie in der Donau-Ries Klinik operiert und dort vielleicht mit Hepatitis C angesteckt. 338 weitere ehemalige Patienten des Krankenhauses wurden deshalb nun vom Gesundheitsamt dazu aufgefordert, sich auf Hepatitis C testen zu lassen.

Anästhesist könnte 60 Patienten angesteckt haben

Der Grund: Auch an ihren Operationen war der Anästhesist beteiligt, der verdächtigt wird, Patienten mit dem Virus angesteckt zu haben. Zuvor waren bereits 1.286 Menschen dazu aufgefordert worden, sich auf Hepatitis C testen zu lassen. 1.180 haben sich bislang zurückgemeldet – 62 davon sind positiv auf Hepatitis C getestet worden. Zwei der Patienten mit Hepatitis C waren schon früher erkrankt. Bei den übrigen 60 besteht aber der Verdacht, dass sie sich bei dem Anästhesisten angesteckt haben.

Frühere Ansteckung mit Hepatitis C möglich

Die zusätzlichen Patienten wurden nun angeschrieben, da das Zeitfenster für eine mögliche Ansteckung erweitert werden musste. Die früheste bislang nachgewiesene Infektion datiert das Landratsamt Donau-Ries auf Februar 2017.

Daraus schließt das Landratsamt, dass der Anästhesist die Hepatitis-Viren schon früher als angenommen in sich getragen haben könnte. Bislang hatte man nur Patienten angeschrieben, deren OP ab November 2016 stattgefunden hatte. Dieser Zeitpunkt wurde aufgrund der neuen Erkenntnisse vorverlegt – auf Mai 2016.

Weiter OP-Protokolle werden kontrolliert

Ob es bei den 338 Patienten, die sich möglicherweise angesteckt haben, bleibt, muss sich noch herausstellen. Mitarbeiter des Krankenhauses sind derzeit dabei, händisch alle Operationsprotokolle zwischen Mai 2016 und November 2016 durchzugehen.

Falls der verdächtige Anästhesist bei einer der OPs als Pausenvertretung im Einsatz war, sei dies nur handschriftlich auf den Protokollen vermerkt, so Chefanästhesist Ludwig Düthorn. Sollte sich zeigen, dass sich noch weitere Patienten bei dem Arzt angesteckt haben könnten, werden auch diese einen Brief vom Gesundheitsamt erhalten.