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Hepatitis-Infektionen in Donauwörth: Klinik-Arzt unter Verdacht | BR24

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Mindestens fünf Patienten sollen in der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth mit Hepatitis-C infiziert worden sein. 700 weitere Patienten müssen sich untersuchen lassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Narkosearzt.

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Hepatitis-Infektionen in Donauwörth: Klinik-Arzt unter Verdacht

Mindestens fünf Patienten der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth sind mit Hepatitis-C infiziert worden. 700 weitere Patienten könnten betroffen sein. Im Verdacht steht ein Narkosearzt – gegen ihn wird ermittelt.

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Fünf Patienten der Donau-Ries-Klinik Donauwörth sind mit Hepatitis-C infiziert worden. Das haben Untersuchungen ergeben, so Landrat Stefan Rößle, der gemeinsam mit dem Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises Donau-Ries, Dr. Rainer Mainka, die Öffentlichkeit informierte.

Erste Hepatitis-Fälle in der vergangenen Woche

Am Mittwoch vergangener Woche hatte die Gesundheitsbehörde erfahren, dass bei drei Patienten, die alle zuvor eine OP am Krankenhaus Donauwörth hatten, das Virus festgestellt wurde. Mittlerweile sind insgesamt fünf Fälle bekannt. Von einer Ansteckung könnten allerdings 693 weitere Patienten betroffen sein, die alle vom selben Arzt narkotisiert wurden.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung

Wie die Augsburger Staatsanwaltschaft erklärte, ist gegen einen Arzt der Donau-Ries-Kliniken in Donauwörth ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet worden. "Wir arbeiten eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt zusammen", so Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai, Sprecher der Anklagebehörde in Augsburg auf Anfrage des BR. Geprüft werden müsse auch die Frage, ob der Mediziner fahrlässig oder möglicherweise vorsätzlich gehandelt habe.

Ergebnisse zu Hepatitis-Verdachtsfällen erst in einigen Wochen

Mit den Untersuchungsergebnissen in den fast 700 Verdachtsfällen kann nach Angaben der Klinikleitung erst in einigen Wochen gerechnet werden. Bis dahin wisse man nicht, ob die jetzt bekannten fünf Infektionsfälle nur die "Spitze eines Eisberges" darstellten und ob nicht noch mit einer unbekannten weiteren Zahl von Infektionen zu rechnen sei, erklärte der Leiter des Gesundheitsamts, Mainka.

Hepatitis-Infektion des Arztes bei Routine-Untersuchung festgestellt

Der Arzt wusste selbst nichts von seiner Infektion, so Landrat Rößle. Festgestellt wurde sie erst bei einer routinemäßigen Untersuchung durch den Betriebsarzt. Der Anästhesist war von Ende November 2016 bis Ende April 2018 am Krankenhaus Donauwörth beschäftigt. Wie genau die Übertragung stattgefunden haben könnte, dazu wollte sich Gesundheitsamtsleiter Dr. Rainer Mainka nicht äußern. Fest stehe aber, so Mainka, dass alle erkrankten Patienten von diesem Arzt narkotisiert worden waren.

Alle Mitarbeiter auf Hepatitis C getestet

Hepatitis C wird über Blutkontakt übertragen und galt bis vor wenigen Jahren noch als unheilbar. Am Krankenhaus Donauwörth wurden mittlerweile alle Mitarbeiter auf eine mögliche Infektion getestet, auch die Hygienemaßnahmen seien überprüft worden.