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Hepatitis-C-Skandal: Gesundheitsamt grenzt Infektionsquellen ein | BR24

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© BR / Judith Zacher

Im Hepatitis-Skandal in Donauwörth hat das Gesundheitsamt mögliche Infektionsquellen weitere eingegrenzt

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Hepatitis-C-Skandal: Gesundheitsamt grenzt Infektionsquellen ein

60 Fälle von Hepatitis C unter ehemaligen Krankenhauspatienten in Donauwörth sind aktuell bestätigt. Bei einer Informationsveranstaltung der Klinik ging es am Freitagabend um Infektionsquellen, Therapien und um mögliche Schadensersatzforderungen.

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Gut 50 Menschen sind zu einer Infoveranstaltung zum Thema Hepatitis C in der Donauwörther Volkshochschule am Donnerstagabend gekommen. Eingeladen hatte die Donau-Ries-Klinik in Donauwörth. Dort hatten sich mindestens 60 Patienten mit Hepatitis C infiziert. Wie Gesundheitsamtsleiter Rainer Mainka während der Veranstaltung erklärte, zeigen die Detailuntersuchungen von bisher 22 Proben, dass sich alle Patienten an der gleichen Ansteckungsquelle infiziert haben.

Gesundheitsamt: Bislang kein weiteres Personal positiv getestet

Im Verdacht steht weiter ein ehemaliger Anästhesist der Klinik, der positiv auf Hepatitis C getestet wurde. Gesundheitsamtsleiter Mainka erklärte, man habe bislang bei allen anderen Hepatitis-C-Tests von Personen, die im OP-Bereich tätig waren, jeweils ein negatives Ergebnis gehabt. Fünf Personen seien noch nicht getestet. Mainka teilte mit, man gehe nach dem Ausschlussprinzip vor: Wenn keine der anderen Personen positiv getestet werde, dann bleibe der ehemalige Anästhesist als einzige Infektionsquelle übrig. Es sei nun Sache der Staatsanwaltschaft zu klären, inwieweit ein mögliches Vergehen des medikamentenabhängigen Arztes strafrechtlich relevant sei.

60 Hepatitis-Fälle nicht über allgemeines Infektionsrisiko zu erklären

Gerald Denk, Oberarzt am Klinikum Großhadern erklärte während der Veranstaltung, er habe so einen Fall noch nicht erlebt und könne sich nicht erklären, wie sich so viele Menschen am Donauwörther Krankenhaus mit Hepatitis C infizieren konnten. Das Risiko, sich durch Nadelstiche mit Hepatitis C zu infizieren, liege bei ein bis zwei Prozent. Wenn kein Fehlverhalten eines Arztes vorliege, sei demnach eine Infektion durch einen medizinischen Eingriff äußerst selten, so Denk. 60 Infektionen seien auf diesem Weg nicht erklärbar. Denk betonte, dass durch neue Medikamente eine hohe Heilungschance bei Hepatitis C bestehe. Die Medikamente müssten in der Regel drei Monate lang eingenommen werden und hätten keine größeren Nebenwirkungen.

Fachanwälte kündigen Veranstaltung für Hepatitis-Patienten an

Klinik-Geschäftsführer Busse äußerte sich unter anderem zu möglichen Schadensersatzforderungen. Zahlungen, erklärte er, hätten im Fall der Fälle die Versicherungen zu leisten. Anwesende Fachanwälte für Medizinrecht kündigten an, im Dezember eine Informationsveranstaltung zu den rechtlichen Möglichkeiten für Betroffene organisieren zu wollen.

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Zuhörer bei einer Infoveranstaltung zum Thema Hepatitis C