Therme wird gewartet
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Gas- und Ölheizungen dürfen ab nächstem Jahr noch repariert, aber in der Regel nicht neu eingebaut werden.

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Heizungen: Was nach Habecks neuem Gesetz jetzt zu tun ist

Die Bundesregierung hat das neue Gebäudeenergiegesetz beschlossen. Es enthält Regeln für den Austausch von Öl- und Gasheizungen. Millionen Menschen sind betroffen. Was sie nun tun sollten und was besser nicht – dazu die wichtigsten Informationen.

Über dieses Thema berichtet: Update am .

Drei Viertel der Haushalte in Deutschland heizen mit Öl oder Erdgas. Von den 41 Millionen Haushalten in Deutschland lassen jedes Jahr etwa 750.000 ihre Heizung austauschen, ein Drittel davon, weil sie kaputt ist. Was aber bedeutet das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) für Heizungsbesitzer? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Müssen Öl- und Gasheizungsbesitzer jetzt aktiv werden?

Auch wenn in einigen Boulevard-Überschriften etwas anderes stand: Es gibt auch künftig kein Verbot von Öl- und Gasheizungen. Wer eine fossil betriebene Heizung hat, die funktioniert, kann sie behalten – und sie auch immer wieder reparieren lassen. Erst nach 30 Jahren muss eine dann endgültig veraltete Heizung ausgetauscht werden, mit bestimmten Ausnahmen – das war aber bisher auch schon so. Neue Öl- und Erdgasheizungen dürfen in der Regel allerdings nicht mehr eingebaut werden.

Wenn die Heizung schon betagt ist, schadet es allerdings trotzdem nicht, sich Gedanken zu machen, welche umweltfreundliche Alternative in Frage kommen könnte. Dazu hilft ein Gespräch mit einem Energieberater oder einer Energieberaterin. Um dort einen Termin zu bekommen, braucht es derzeit oft einen langen Vorlauf – denn die Nachfrage ist groß.

Kann man auch ohne einen Heizungstausch etwas bewirken?

Das Haus besser zu dämmen spart immer Energie und damit Heizkosten – egal, mit welchem Energieträger die Heizung betrieben wird. Damit wird auch eine spätere Umstellung auf Heizung mit Wärmepumpe einfacher. Es muss dabei nicht immer gleich ein Vollwärmeschutz sein, auch Einzelmaßnahmen können helfen.

Wichtig ist auch hier fachkundige Beratung, damit die Bauphysik auch nach der Dämmmaßnahme noch passt – und zum Beispiel kein Schimmel auftritt.

Gibt es auf dem Markt genug Wärmepumpen und Installateure?

Weil die Nachfrage regelrecht explodiert ist, haben Wärmepumpen derzeit lange Lieferzeiten – teilweise in der Größenordnung von einem Jahr. Die Hersteller bauen die Produktion jedoch aus, so dass hier Aussicht auf Besserung besteht.

Knapp sind auch die Kapazitäten bei den Heizungsbauern. Allerdings ist davon auszugehen, dass in Folge der neuen Gesetzgebung künftig mehr Betriebe den Einbau von Wärmepumpen anbieten, die sich bisher auf den Einbau und Austausch fossiler Heizungen beschränkt hatten. Dazu laufen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Viele Branchenbeobachter erwarten trotzdem, dass der Mangel an Fachkräften auch langfristig ein größeres Problem darstellen wird als der Materialmangel.

Soll man angesichts gestiegener Wärmepumpen-Preise abwarten?

Derzeit ist der Wärmepumpen-Markt überhitzt, die Nachfrage größer als das Angebot. Wenn die Produktion künftig ausgeweitet wird, könnte der Preis nach den Regeln der Marktwirtschaft wieder sinken, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Experten arbeiten auch daran, den Einbau von Wärmepumpen künftig stärker zu standardisieren; auch das könnte preisdämpfend wirken.

Dieses Jahr dürfen noch neue Gas-und Ölheizungen installiert werden. Empfiehlt es sich also, noch schnell "zuzuschlagen"?

Ein solcher Schnellschuss könnte langfristig nach hinten losgehen. Auch abgesehen vom Schaden für das Klima.

Denn: Auf Heizöl und Erdgas wird künftig eine stetig steigende CO2-Abgabe erhoben. Das wird das fossile Heizen verteuern.

Im Audio: Die Koalition streitet über den Heizungstausch

Ricarda Lang im Februar 2023
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Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang

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