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Trotz sommerlicher Temperaturen müssen Verbraucher aktuell übers Heizen nachdenken. Die Kosten für Heizöl und Gas steigen.

Bildrechte: dpa-Bildfunk/David Inderlied
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Heizölpreise: Experte rät jetzt zum Kauf

Das Hin und Her bei der Energieversorgung in Europa seit Kriegsbeginn in der Ukraine stellt Verbraucher in Niederbayern und der Oberpfalz vor unsichere Zeiten. Die Preise beim Heizöl und Gas steigen. Ein Energieberater rät: Jetzt lieber volltanken.

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Michael WagnerMichael WagnerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Die Sommer steht vor der Tür, die Temperaturen steigen. Gedanken um Heizkosten machen sich viele Menschen in Niederbayern und der Oberpfalz trotzdem. Die EU plant ein Öl-Embargo gegen Russland. Und jetzt hat kürzlich die Ukraine noch den Transit von russischen Gas im Osten der Ukraine eingestellt, was auch das in Bayern ankommende Gasvolumen beeinträchtigt. Es tut sich einiges auf dem Energiemarkt. Und die Tendenz beim Heizöl- und Gaspreis geht nach oben. Beim Gas sind Verbraucherinnen und Verbraucher machtlos. Und wer mit Öl heizt, muss jetzt entscheiden: Soll ich jetzt volltanken, oder warten, ob die Preise sinken.

Energieberater: Preissenkung nicht absehbar

Simon Berger ist Energieberater beim Verbraucherservice Bayern im KDFB e.V. Ein Hellseher ist er nicht, schickt der Experte gleich voraus. Ob volltanken oder lieber abwarten, das muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Eine Frage des Bauchgefühls, so Berger. Für ihn ist die Sache jedoch klar: "Ich würde sagen auf jeden Fall auffüllen. Die Preise steigen zum Winter ohnehin." Eine Entlastung des Ölpreises ist für den Energieberater zunächst nicht absehbar.

Versorger liefern nur kleinere Mengen

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind da eher vorsichtig – zumindest ergab das eine Stichprobe bei zwei Versorger-Betrieben in Niederbayern. Die Firma Diermeier aus Niederwinkling beliefert rund 30.000 Kundinnen und Kunden in Niederbayern, der Oberpfalz und Oberbayern. Bei den gestiegenen Heizöl-Preisen sei die Kundschaft aktuell sehr vorsichtig, so ein Sprecher des Unternehmens. Es würden nur kleinere Mengen an Heizöl gekauft. Die Liefermenge an Heizöl entspreche nur etwa der Hälfte vom Vorjahr. Kundinnen und Kunden würden aktuell nur kaufen, was sie gerade brauchen oder sich leisten können – keine Spur also von Heizöl-Horten. Ähnlich das Szenario bei der Firma Nesslauer aus Neufahrn. Bestellt würden aktuell nur kleinere Mengen. Einige wenige hingegen machen die Tanks wiederum komplett voll, so ein Firmensprecher.

Dass das Öl ausgeht, darum machen sich die beiden befragten Betriebe keine Sorgen. Die Versorgung sei gut gesichert, eine Knappheit nicht in Sicht.

Soll ich den Energieträger wechseln?

Der Handel mit fossilen Brennstoffen, er ist seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine von Unsicherheiten gekennzeichnet. Immerhin – Heizölkundinnen und -kunden können selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Reserven aufzufüllen. Stellt sich die Frage: Lohnt es sich vielleicht sogar mittelfristig, den Energieträger zu wechseln?

Alternativen: Wärmepumpe, Pellet-Heizung und Solarenergie

Keine schlechte Idee, geht es nach Energieberater Simon Berger vom Verbraucherservice Bayern: "Öl ist das größte Übel in der Heizwärmeversorgung", so Berger und nennt Alternativen zu den fossilen Brennstoffen: Wärmepumpen, Pellet-Heizungen, Solarthermie. So ein Umstieg ist aber mit hohen Kosten verbunden, die sich der oder die Einzelne erst einmal leisten können muss.

Was kostet die Umrüstung?

Bei Wärmepumpen oder Solar gehen die Kosten laut Berger in die Zehntausende und können auch da noch stark variieren. Eine individuelle Beratung empfiehlt daher der Energieexperte. Genauso sollte geklärt werden, ob eine Förderung vom Bund in Frage kommt. Zuständig dafür ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

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