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Für ihren Beitrag zur Gehirnforschung wird Silvia Budday von der Deutschen Forschungsgesellschaft am 4. Mai mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet - dem wichtigsten deutschen Forschungspreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

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"Heinz Maier-Leibnitz-Preis" für Hirnforscherin Silvia Budday

Sie ist 32 Jahre alt und fasziniert vom menschlichen Gehirn. Für ihre Forschung bekommt Dr. Silvia Budday, die am Lehrstuhl für Technische Mechanik der Uni Erlangen-Nürnberg arbeitet, den wichtigsten deutschen Preis für Nachwuchsforscher.

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Von
  • Tanja Rohr

Silvia Budday in ihrem Labor in Erlangen. Mit ihrer Doktorandin Nina Reiter wickelt sie vorsichtig ein Schweine-Gehirn aus der Folie. Das schneidet sie in dünne Scheiben, färbt diese mit einer blauen Flüssigkeit ein und legt die gekrümmte Probe unter ein Mikroskop.

Gehirn und Mechanik – ein junges Forschungsgebiet

Wie verhält sich das Gewebe bei Druck, bei mechanischen Belastungen? Wie kommen Falten und Windungen in unser Denkorgan? Darum geht es in Silvia Buddays Forschungen zur Gehirnmechanik. Die Schwierigkeit dabei: Hirngewebe lässt sich mit herkömmlichen Methoden kaum untersuchen.

"Das Gewebe ist weicher als Wackelpudding – es ist sehr, sehr schwer, das zu testen. Wenn ich einfach mal auf einen Tisch drücke, passiert da erst einmal gar nichts. Wenn ich auf ein frisches Gehirn drücke, dann verformt es sich sofort." Dr. Silvia Budday, Ingenieurin und Gehirnforscherin

3D-Computer-Modelle des Gehirns

Deshalb hat die Nachwuchswissenschaftlerin 3D-Computer-Modelle des Gehirns erstellt. Die setzen sich aus kleinen Würfeln zusammen, die verschiedene Gehirnareale darstellen. So ist es möglich, einzelne Areale am Bildschirm genau zu betrachten. Das Ziel: Mithilfe der Gehirnmodelle Operationen zu simulieren. Vor einer OP könnte ein Arzt so besser einschätzen, welche Verformungen und Spannungen das Gewebe aushalten muss.

Diagnose von Krankheiten verbessern

Auch Diagnosen von Krankheiten wie Alzheimer oder Epilepsie könnten so verbessert werden. Sie gehen oft mit Auffälligkeiten in der Gehirnfaltung einher.

"Wir möchten Simulations-Tools zu entwickeln, um wirklich Kliniken zu unterstützen, um Krankheiten schneller oder besser diagnostizieren zu können und Behandlungsmethoden zu optimieren." Dr. Silvia Budday, Ingenieurin und Gehirnforscherin

Bereits mehrfach ausgezeichnet

Silvia Budday studierte Maschinenbau in Karlsruhe, wo sie als beste Absolventin mit dem Irene-Rosenberg-Preis ausgezeichnet wurde. Ihre Doktorarbeit wurde gleich von zwei Fachgesellschaften prämiert. Zudem erhielt sie im Jahr 2018 den Bertha-Benz-Preis. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die junge Forscherin 2019 in das Emmy Noether-Programm aufgenommen und ihr im ersten Förderabschnitt rund eine Millionen Euro für eine Nachwuchsforschungsgruppe zur Gehirnmechanik zur Verfügung gestellt. Mittlerweile zählt Silvia Budday mit 32 Jahren zu den weltweit führenden Wissenschaftlerinnen in dem noch jungen Forschungsgebiet der Kontinuumsbiomechanik. Am 4. Mai bekommt sie nun den "Heinz Maier-Leibnitz-Preis" in einer virtuellen Zeremonie verliehen.

"Das ist natürlich eine große Ehre. Diese Preise zu gewinnen, bestätigt einen auch und motiviert natürlich auch, weiterzumachen. Das Gehirn begeistert mich jeden Tag aufs Neue." Dr. Silvia Budday, Ingenieurin und Gehirnforscherin
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Die charakteristisch gefaltete Oberfläche ist ein wichtiges Merkmal unseres Gehirns und steht in engem Zusammenhang mit der Hirnfunktion.

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