BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Heimunterricht: Lehrerverband befürchtet Leistungsgefälle | BR24

© picture alliance / Armin Weigel/dpa

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, befürchtet ein wachsendes Leistungsgefälle durch Heimunterricht.

3
Per Mail sharen

    Heimunterricht: Lehrerverband befürchtet Leistungsgefälle

    Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Hans-Peter Meidinger, befürchtet aufgrund der Schulschließungen Nachteile für einige Schüler. Zugleich kritisiert er Unterschiede zwischen den Schulen bei der Digitalisierung.

    3
    Per Mail sharen

    Der Deutsche Lehrerverband warnt davor, dass sich als Folge des derzeitigen Heimunterrichts wegen der Corona-Krise das Leistungsgefälle zwischen Schülern weiter vergrößern könnte.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    "Die Schere zwischen Schülern mit und ohne Unterstützung von zu Hause wird weiter aufgehen", sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger jetzt dem Evangelischen Pressedienst. "Leistungsschwächere Schüler drohen unter die Räder zu kommen."

    Langer Schulausfall sorgt für Probleme

    Wegen der Corona-Pandemie sind in Deutschland sämtliche Schulen geschlossen. Rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler müssen von zu Hause aus lernen. Drastische Folgen drohen nach Angaben von Meidinger vor allem, wenn die Schulschließungen länger andauern sollten. "Wenn es bei drei Wochen bleibt, können wir die Effekte noch einigermaßen im Rahmen halten, etwa durch Wiederholungskurse nach den Ferien", erklärte der Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf. "Aber wenn der Zustand länger andauert, dann bekommen wir ein ganz großes Problem. Vor allem Kindern aus bildungsfernen Familien drohen dann Nachteile für die weitere schulische Laufbahn."

    Eltern sollen nicht die Schule ersetzen

    Ein großer Druck laste aktuell auf den Eltern, die ihre Kinder beim Lernen zu Hause unterstützen sollten, betonte der Verbandspräsident: "Die größte Herausforderung haben die Eltern, das muss man wirklich sagen." Zum einen seien viele Väter und Mütter stark damit ausgelastet, ihre eigene Arbeit im Home-Office mit der Betreuung der Kinder unter einen Hut zu bringen. Zum anderen seien sie zum größten Teil nicht didaktisch auf die Aufgabe als Ersatzlehrer vorbereitet.

    Meidinger rät Eltern, nicht zu versuchen, den normalen Schulunterricht zu Hause eins zu eins fortzusetzen: "Eine Konzentration auf die Kernfächer und Schwerpunkte ist sinnvoller", so der Lehrerverbands-Präsident. "Und es müssen auch nicht vier oder fünf Stunden pro Tag sein, zwei Stunden intensiven Arbeitens nach dem eigenen Biorhythmus sollten in der Regel reichen, für Grundschulkinder auch schon eine Stunde." Es wäre bereits ein Erfolg, wenn ein Viertel des regulären Stoffs im "Homeschooling" vermittelt werde.

    Kritik an unterschiedlicher Ausstattung von Schulen

    Insgesamt räche sich in der aktuellen Krise, dass die Schulen bundesweit digital völlig unterschiedlich aufgestellt seien, beklagte Meidinger: "Manche haben noch nicht einmal WLAN oder ein Elternportal, andere dagegen habe alle Möglichkeiten bis hin zu Videokonferenzen."