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Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen nicht in die Schule | BR24

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Die Vorsichtsmaßnahmen zum Coronavirus betreffen zunehmend den Alltag. So hat jetzt auch das bayerische Kultusministerium zum Ende der Faschingsferien festgelegt: Schüler, die Urlaub in einem Risikogebiet gemacht haben, sollen zuhause bleiben.

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Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen nicht in die Schule

Das bayerische Kultusministerium hat am Ende der Faschingsferien festgelegt: Schüler und Schülerinnen, die in Risikogebieten im Urlaub waren, sollen nicht zur Schule gehen. Lehrer und Lehrerinnen dagegen dürfen nur bei Symptomen zu Hause bleiben.

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Die Faschingsferien sind zu Ende – und lange waren Eltern, Lehrer und Schüler verunsichert, wie es angesichts steigender Corona-Infektionszahlen weitergeht. Jetzt herrscht Klarheit: Schüler, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren, sollten am Montag nicht zur Schule gehen, teilt das bayerische Kultusministerium mit.

Sie sollen möglichst zuhause bleiben – und zwar unabhängig davon, ob sie Symptome wie Fieber, Halskratzen oder Husten haben oder nicht. Außerdem sollen sie unnötige Kontakte vermeiden. Die Schule sei umgehend zu informieren. Und: In diesem Fall gilt für Schüler die Nichtteilnahme am Unterricht laut Ministerium als entschuldigt.

Lehrer nur bei Symptomen

Lehrerinnen und Lehrer dagegen, die in Risikogebieten waren, müssen nur zu Hause bleiben, wenn sie Erkältungssymptome haben. Das konkretisierte ein Sprecher des Kultusministeriums gegenüber dem BR. Wer Erkältungssymptome habe, solle sich auf jeden Fall telefonisch bei seinem Hausarzt melden.

Schulpflicht gilt für alle anderen weiterhin

Wie lange die Schüler zuhause bleiben müssen, geht aus dem Leitfaden nicht hervor. Für Schüler und Schülerinnen, die sich in keinem Risikogebiet aufgehalten haben, gilt weiterhin die Schulpflicht.

Sicherheitsmaßnahmen in Tirol

Gleiches gilt für alle Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen in Tirol: Wer in den vergangenen 14 Tagen in einer Risikoregion war, wird aufgefordert, die Schule oder die betreffende Einrichtung 14 Tage lang nicht mehr zu besuchen, heißt es aus Innsbruck: "Sofern bis zum Ablauf dieser Frist keine Krankheitssymptome auftreten, kann die Schule, der Kindergarten oder die Kinderbetreuungseinrichtung wieder besucht oder der Dienst wieder angetreten werden". Das Fernbleiben gelte als Krankenstand.

💡 Risikogebiete laut Robert-Koch-Institut derzeit:

  • In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang.
  • Im Iran: Provinz Ghom
  • In Italien: Region Emilia-Romagna, Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

Universitäten rüsten sich

Ähnliche Maßnahmen gelten seit Samstag an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, wie eine Sprecherin am Samstag mitteilte. Hochschulmitglieder, die nach dem 14. Februar in den Risikogebieten waren, sollen sich bei der Hochschule melden und nach der Rückkehr für zwei Wochen von zu Hause aus arbeiten - ob Studierender oder Mitarbeiter. Zudem würden bereits genehmigte Reisen oder Exkursionen in die betroffenen Gebiete ausgesetzt, hieß es weiter.

Auch die Universität Innsbruck bittet Reiserückkehrer aus Risikogebieten 14 Tage lang ihre Kontakte freiwillig stark zu reduzieren und nicht an Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Bei Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht sollen sich Betroffene bei ihren Dozenten abmelden. Rektor Tilmann Märk betont, man sei in ständigem Austausch mit Behören und habe eine Corona Task Force an der Universität eingerichtet.

Schülerfahrten und Skikurse

Die Entscheidung, ob Schülerfahrten oder Skilager derzeit durchgeführt werden, liegt nach Abgaben des Kultusministeriums bei den Schulen. Berücksichtigen sollen die Verantwortlichen dabei die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes, die Reiseziele und eventuelle Umbuchungsmöglichkeiten.

Italien-Urlauber sollen besonders vorsichtig sein

Auch andere Italien-Rückkehrer ruft Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zu besonderer Vorsicht auf. Feriengäste, die nach ihrem Urlaub einen begründeten Verdacht auf eine Infektion hätten, sollten sich telefonisch an ihren Hausarzt wenden.

Bayern sei bestmöglich vorbereitet auf den Coronavirus, sagt Huml. Aber eine 100-prozentige Sicherheit gäbe es eben nicht. Der Rat der Ministerin: Die gängigen Hygienemaßnahmen einhalten wie häufiges Händewaschen und in die Armbeuge niesen oder husten, größere Menschenansammlungen vermeiden.

Drei neue Coronavirus-Fälle in Bayern

Am Samstag meldete das Bayerische Gesundheitsministerium drei neue Coronavirus-Fälle in Bayern. Damit sind derzeit vier Menschen im Freistaat an Covid-19 erkrankt.

Zuvor waren bereits 14 positiv getestete Patienten in Bayern registriert worden. Alle standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens. Die Betroffenen sind bereits auskuriert aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bei Corona-Verdacht Ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen

Die Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns betonte nochmals, dass Patienten mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion keine Arztpraxis oder Krankenhaus-Notaufnahme ohne telefonische Anmeldung aufsuchen sollten. "Denn es besteht das Risiko, auf dem Weg dorthin oder in der Praxis selbst, das Virus zu verbreiten." Korrekt sei es, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anzurufen. "Dort erhalten sie medizinisch fundierte, konkrete Handlungsempfehlungen."

Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert Koch-Institut schwer. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.

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Italien-Rückkehrer sollten beim Verdacht auf eine Corona-Infektion die Notrufnummer 116/117 wählen, wenn der Hausarzt nicht erreichbar ist. Das sagte Dr. Markus Beier, der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, der Rundschau.

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