BR24 Logo
BR24 Logo
Alles zur Maskenpflicht

Heimatpreis für die Ritterspiele Kiefersfelden | BR24

© Markus Mitterer

Szenenbild "Wendelin von Höllenstein".

Per Mail sharen

    Heimatpreis für die Ritterspiele Kiefersfelden

    Verbeugung vor den Rittern zu Kiefersfelden: Das Volkstheater dort bekommt den Heimatpreis der Staatsregierung. Die Ritterdramen auf der historischen Drehklappbühne sind einzigartig in der Kulturlandschaft.

    Per Mail sharen

    Das Ensemble der Ritterschauspiele Kiefersfelden freut sich über den Bayerischen Heimatpreis. Laut Theater hat Finanz- und Heimatminister Albert Füracker angekündigt, den "Heimatpreis Bayern für besondere Verdienste um Heimat, Kultur und Brauchtum" den oberbayerischen Theaterleuten zu verleihen, am 8. Oktober 2019 in der Allerheiligenhofkirche der Residenz München.

    Herz, Schmerz, Ritter

    Die Laiendarsteller widmen sich einem ganz speziellen Genre: Dem Ritterdrama. Sie spielen auch in historischen Kostümen, vom Schwert bis zum Ritterhelm, historischen Stoff nach, meist mit Hintergrund aus den Kreuzzügen. Das war im 18. Jahrhundert äußerst beliebt. Ritter, Helden, Die Angebetete, Verrat - all das sind Stereotypen, die in der Gattung vorkommen, eine Art Soap-Opera des Barock.

    Szenenwechsel mit Drehbühne

    Die Ritterschauspiele wurden 1618 erstmalig erwähnt und schmücken sich mit der Bezeichnung "ältestes Dorftheater Deutschlands". Begonnen hat es mit Passionsspielen. Seit 1833 steht das Theater malerisch am Berghang oberhalb des Dorfes. Seitdem verwandeln sich die Bewohner jedes Jahr in Ritter, Heilige oder Burgfräulein, und zwar auf einer Bühne mit einer Drehbühne, wie sie im Barocktheater gebräuchlich war. Das ermöglicht schnelle Szenenwechsel ohne Umbauten.

    "Wendelin von Höllenstein oder Die Totenglocke"

    Dieses Jahr spielt das Laienensemble "Wendelin von Höllenstein oder Die Totenglocke". Das Ritterdrama basiert auf einem Ritterroman aus Wien, umgeschrieben 1837 von dem theaterbesessenen Holzfäller und Köhler Josef Georg Schmalz aus dem Zillertal. Premiere ist am 27. Juli im eigenen Haus, das 1971 gebaut wurde. Die vorige "Comedihütte" von 1833 war trotz Umbauten zu klein geworden.